Camino de Guatifay zum Playa del Risco: Lanzarotes einsamster Strand
Der Playa del Risco ist einer der schönsten Strände Lanzarotes und fast immer menschenleer. Das liegt daran, dass du nicht hinfahren kannst. Der einzige Weg dorthin führt zu Fuß rund 400 Höhenmeter die Steilküste hinunter, und am Ende wieder hinauf.
Genau das macht ihn besonders. Theresa ist die Tour im März 2020 mit zwei Freundinnen gelaufen, und sie ist bis heute unser Lieblingsweg auf der Insel. Hier steht, wie du zum Startpunkt kommst, wie der Abstieg über die Serpentinen abläuft und worauf du beim Baden achten solltest.
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Steckbrief
| Startpunkt | Wanderparkplatz Las Rositas bei Yé, auf rund 340 m |
| Streckenart | Hin und zurück, gleicher Weg |
| Länge | ca. 9 km |
| Höhenmeter | ca. 380 bis 400, erst runter, dann wieder rauf |
| Reine Gehzeit | Wanderführer rechnen mit rund 3 Stunden |
| Abstieg | rund 30 bis 60 Minuten |
| Schwierigkeit | mittel, geröllige Serpentinen, Trittsicherheit nötig |
| Schatten | so gut wie keiner |
| Wasser | mindestens 1,5 Liter pro Person, im Sommer mehr |
| Eintritt | keiner |
| Einkehr | keine, am Strand gibt es nichts |
| Anfahrt | ca. 35 km ab Arrecife |
Das erwartet dich am Playa del Risco
Der Strand liegt am Fuß des Famara-Massivs, unterhalb des bekannten Aussichtspunkts Mirador del Río. Vor dir liegt die Meerenge El Río und dahinter La Graciosa, die achte Kanareninsel.
Der Sand ist goldfarben und der Strand rund 500 Meter breit. Gebäude gibt es an dem Strand keine. Das Einzige, was hier an Zivilisation erinnert, sind die alten Salinen und die Stromleitung nach La Graciosa.
Teilweise bauen Besucher Steinburgen als Windschutz auf, weil der Passatwind den Sand aufwirbelt.
Hier die Wanderkarte:
Anfahrt und Startpunkt
Der Startpunkt ist der Wanderparkplatz Las Rositas bei der Ortschaft Yé im Norden der Insel.
Mit dem Auto: Ab Arrecife sind es rund 35 Kilometer. Du fährst Richtung Arrieta über die LZ-1 und LZ-201, folgst dann der Ausschilderung zum Mirador del Río und weiter Richtung Yé. Dort zweigst du rechts auf die LZ-202 ab. Rund 100 Meter hinter der Finca La Corona geht links ein Pflasterweg ab, der zum Parkplatz führt. Wir fanden den Parkplatz recht klein, aber wir haben noch einen Parkplatz bekommen.
Wichtig: Lass nichts Wertvolles im Auto. Der Parkplatz liegt abgelegen und du bist mehrere Stunden weg. Manche Wanderer parken deshalb lieber oben am Mirador del Río und laufen das Stück.
Mit dem Bus: Schlecht machbar. Die Linie 7 fährt nur bis Sociedad de Máguez, von dort wären es rund sechs Kilometer zu Fuß bis zum Start.
Die Route
Oben an der Kante. Vom Parkplatz gehst du auf dem Pflasterweg Richtung Meer bis an den Rand der Klippen. Hier bekommst du den Tiefblick, für den die Tour bekannt ist: die Meerenge El Río, La Graciosa, weiter unten die Salinen und den Strand. Von hier siehst du deine Ziele bereits liegen.
Der Abstieg. In engen Kehren führt der geröllige Camino im Zickzack bergab. Rund 340 bis 400 Höhenmeter, je nach Quelle, und etwa 30 bis 60 Minuten. Die Wegführung ist eindeutig, du kannst dich kaum verlaufen. Anstrengend fanden wir vor allem den losen Untergrund. Feste Schuhe mit Profil sind hier Voraussetzung.
Etwa auf halber Höhe kommst du an einem Wasserrohr vorbei und hörst das Wasser rauschen. Das ist die Wasserversorgung für La Graciosa.
Unten am Strand. Am Fuß des Famara-Massivs bist du auf Meereshöhe. Der Weg führt am Strand entlang weiter zu den Salinen.
Die Salinen. Die Salinas del Río wurden um 1500 angelegt und gelten als die ältesten Salinen der Kanaren. Ursprünglich wurde hier Ton aus einer natürlichen Lagune gewonnen. In Betrieb sind sie längst nicht mehr, aber die roten Farbtöne der Becken sind bis heute beeindruckend.
Der Rückweg. Zurück führt derselbe Weg, nur eben bergauf. Das war der härteste und ziemlich kräftezehrende Teil. Die Klippen heizen sich an sonnigen Tagen stark auf, Schatten gibt es nicht, und die Höhenmeter kommen jetzt am Ende des Tages. Plane für den Aufstieg genug Wasser und ausreichend Zeit ein.
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Der Camino de Guatifay und seine Geschichte
Der Weg heißt auch Camino de los Gracioseros, also Weg der Bewohner von La Graciosa. Er war ein Handelspfad. Bis in die 1950er Jahre trugen die Frauen von La Graciosa hier Körbe mit gesalzenem und getrocknetem Fisch die Steilküste hinauf, um ihn in den Dörfern Lanzarotes zu verkaufen. Zu den Salinen kamen sie mit dem Boot.
Wer den Aufstieg einmal selbst gemacht hat, sieht diesen Weg danach mit anderen Augen. Wir sind ohne Last hochgekeucht. Die Frauen hingegen hatten regelmäßig volle Körbe dabei.
Nach dem Abstieg von den Klippen führt der Weg an dem menschenleeren Strand „Playa del Risco“ vorbei. Es lohnt sich, die Wanderung kurz vor Ebbe an einem windstillen Tag zu beginnen, denn dann ist der tolle Strand am breitesten (etwa 500 Meter breit).
Nachdem die „Salinas del Río“ – die ältesten Salinen der Kanaren – einmal umrundet waren, haben wir es uns auf dem Rückweg vor dem anstrengenden Aufstieg am Traumstrand Playa del Risco gemütlich gemacht. Am Strand selbst gibt es sonst nichts – außer purer, unberührter Natur.
Baden am Playa del Risco
Der Sprung ins kühle Nass war nach der anstrengenden Wanderung in der Wärme eine Wohltat. Bei unserem Besuch war das Wasser total ruhig, es war windstill, und wir haben darauf geachtet, nicht zu weit ins Wasser reinzugehen. Denn an der Nord- und Westküste von Lanzarote kann die Strömung stark sein. Besonders in der Meerenge El Río kommt der Sog zwischen den Inseln dazu.
Es gibt am Playa del Risco keine Rettungsschwimmer und niemanden, der dir im Notfall helfen kann. Wenn du ins Wasser gehst, dann nur bis maximal hüfttief, nur bei ruhiger See und nicht allein. An Tagen mit Wellengang oder auflandigem Wind lässt du es besser ganz.
Beste Zeit für die Wanderung
Die Monate November bis April eignen sich ideal für die Wanderung. Im Sommer wird der Aufstieg in der Mittagshitze wirklich unangenehm, weil die Klippen die Wärme zurückstrahlen und es keinen Schatten gibt.
Starte die Wanderung so früh wie möglich am Tag. Dann liegt der Aufstieg nicht in der heißesten Phase des Tages.
Bei Ebbe ist der Strand am breitesten und es lohnt sich, bei beginnender Ebbe auch die Wanderung zu beginnen. Die aktuellen Gezeiten für Lanzarote findest du hier.
Achte auf den Wind. An einem windstillen Tag ist es oben an der Klippenkante deutlich angenehmer und der Sand am Strand bleibt liegen, statt dir um die Ohren zu wehen.
Packliste
Pack die folgenden Sachen bei deiner Wanderung ein:
- Feste Schuhe mit gutem Profil*, wegen des Gerölls beim Ab- und Aufstieg
- Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person, im Sommer mehr. Unterwegs gibt es nichts.
- Etwas zu essen, am Strand gibt es keine Versorgung
- Badesachen und ein Handtuch
- Sonnencreme*, Kopfbedeckung, am besten ein Tuch für Nacken und Schultern
- Windjacke für oben an der Kante
Lohnt sich der Umweg zum Mirador del Guinate?
Der bekannte Mirador del Río ist ein Manrique-Bauwerk, kostet Eintritt und ist entsprechend gut besucht. Der Mirador del Guinate liegt ein Stück weiter südlich, ist kostenlos und bietet einen ähnlichen Blick über den Chinijo-Archipel.
Wir waren am Mirador del Guinate und von der weiten Aussicht begeistert, die einem geboten wird! Als kostenlose Alternative zum Mirador del Río lohnt es sich.
Kombinieren mit La Graciosa
Vom Playa del Risco aus schaust du direkt auf La Graciosa. Übersetzen kannst du von hier aus allerdings nicht. Die Fähre nach Caleta de Sebo fährt ab Órzola.
Wenn du beides an einem Tag machen willst, wird es sportlich. Wir würden zwei Tage daraus machen.
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Fazit: Playa del Risco
Der Playa del Risco ist unser Lieblingsplatz auf Lanzarote. Vor allem deswegen, weil du ihn dir erarbeiten musst. Wenn du erstmal am Traumstrand Playa del Risco angekommen bist, wirst du wissen, wovon wir sprechen.
Solltest du fit genug für 400 Höhenmeter bergauf sein und feste Schuhe dabei haben, ist das die Wanderung, die wir auf Lanzarote als Erstes empfehlen würden.
Die Caldera Blanca ist die zweite.
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