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Arbeitslos melden vor der Weltreise

„Sollte ich mich vor meiner Weltreise arbeitslos melden?“

„Muss ich mich arbeitslos melden, bevor ich auf Weltreise gehe?“

„Was ist eigentlich der Unterscheid zwischen Arbeitssuchend und Arbeitslos?

Und was passiert, wenn ich mich vor der Weltreise nicht bei der Agentur für Arbeit melde?“

Vor der Weltreise arbeitslos melden?

Das Thema arbeitslos melden vor der Weltreise ist schon auf den ersten Blick mit Kopfschmerzen verbunden.

Daher haben wir uns das Thema Stück für Stück angesehen in der Hoffnung, dir damit ein bisschen unter die Arme greifen zu können.

Grundsätzlich wird zwischen der Meldung als „Arbeitssuchend“ und der Meldung als „Arbeitslos“ unterschieden.

Die Meldung als Arbeitssuchend geht der Arbeitslosmeldung voran und ist eine Voraussetzung, um, ab dem Zeitpunkt der tatsächlichen Arbeitslosigkeit, Arbeitslosengeld erhalten zu können.

Um dich als Arbeitssuchend zu melden gibt es auch den Online Service der Agentur für Arbeit.

Laut Gesetz besteht die Verpflichtung zur Arbeitssuchendmeldung spätestens drei Monate bevor das Arbeitsverhältnis endet. Wenn das Ende aber kurzfristig kommt, du dich beispielsweise im November 2022 entscheidest zum 31.12.2022 zu kündigen, musst du dich binnen drei Tagen nach Einreichung deiner Kündigung arbeitssuchend melden.

Ob du dich bei der Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt) nach Wirksamwerden deiner Kündigung (31.12.2022) arbeitslos meldest, hängt davon ab, ob du Arbeitslosengeld erhalten möchtest, oder nicht.

Die Meldung als „Arbeitslos“ musst du persönlich machen. Das heißt, du musst dort hingehen, entweder im Laufe der drei Monate vor dem Eintritt der Arbeitslosigkeit oder direkt danach, also am 02.01.2023 (am 01.01. haben Agenturen geschlossen).

Laut Gesetz hast du nach dem offiziellen Eintritt deiner Arbeitslosigkeit, hier der 31.12.2022 Tagesende, drei Tage Zeit, um dich persönlich arbeitslos zu melden.

Im obigen Beispiel würdest du außerdem eine dreimonatige Sperrfrist kassieren, da du selbst gekündigt hast.

Diese Frist beginnt mit dem ersten Tag deiner Arbeitslosigkeit, also dem Tag nach dem Wirksamwerden deiner Kündigung. In unserem Beispiel: Kündigung zum 31.12.2022, also arbeitslos ab dem 01.01.2023 und Beginn der Sperrfrist.

Noch mal ausführlich:

Du willst Mitte Januar 2023 aufbrechen, reichst am 15.09.2022 deine Kündigung ein, welche mit Ablauf des 31.01.2022 wirksam wird. Du meldest dich am 16.09.2022 arbeitssuchend, und spätestens zum 04.01.2023 arbeitslos. Deine Sperrfrist für einen möglichen Arbeitslosengeldbezug beginnt somit am 01.01.2023 und du würdest (theoretisch) ab dem 01.03. Arbeitslosengeld erhalten können.

Achtung:

Arbeitslosengeld wird unter bestimmten Bedingungen gezahlt. Eine davon ist, dass du aktiv auf Stellensuche gehst und auch Arbeitsangebote von der Agentur für Arbeit zugeschickt bekommst, auf die du verpflichtet bist dich zu melden.

Das passt mit dem Reisen nicht so gut zusammen.

Du kannst nicht etwa auf Weltreise gehen und währenddessen Arbeitslosengeld kassieren.

Wichtig:

So wie wir es verstehen bist du keineswegs verpflichtet, dich arbeitslos zu melden! Es ist lediglich eine Voraussetzung für den (späteren) Bezug von Arbeitslosengeld. Wenn du dieses nicht beziehen möchtest, brauchst du dich auch nicht arbeitslos melden.

Möglich ist es auch, dich vor der Weltreise arbeitssuchend und arbeitslos zu melden und mit offenen Karten zu spielen, dass du nun für eine gewisse Zeit im Ausland sein wirst. In dieser Zeit wirst du dann nicht aufgefordert, dich zu bewerben oder dir eine Arbeit zu suchen, erhältst aber auch kein Arbeitslosengeld.

Dein Anspruch auf Bezug von Arbeitslosengeld besteht während deiner Weltreise aber weiterhin fort. Rechtlich sagt man dazu „er ruht“.

Hierzu meldest du dich dann sozusagen vom Status „Arbeitslos“ ab, bist aber weiterhin registriert als „Arbeitssuchend“.

Diese Vorgehensweise dient dir als Absicherung für die Zeit nach deiner Rückkehr, falls du zurückkommst und erstmal ein paar Monate keinen Job hast.

Erst ab dem Zeitpunkt deiner Rückkehr würdest du dem Arbeitsmarkt in Deutschland wieder zur Verfügung stehen und dementsprechend auch Arbeitslosengeld erhalten können, sowie über die Agentur Kranken-, Renten-, und Pflegeversichert werden.

Deinen während der Weltreise fortlaufend bestehenden Anspruch auf Arbeitslosengeld kannst du bei Rückkehr geltend machen. Indem du dich bei der Agentur für Arbeit wieder als arbeitslos anmeldest.

Diese Vorgehensweise hängt auch mit der oben bereits erwähnten Sperrfrist zusammen. Denn wenn du selbst gekündigt hast, trifft dich erstmal diese Sperrfrist von drei Monaten (siehe Beispiel oben).

Sie läuft aber auch ab, während du auf Reisen bist, sodass sie bei Rückkehr verstrichen wäre.

Außerdem Wichtig:

Du hast grundsätzlich nur dann Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn du in den 12 Monaten zuvor durchgehend sozialversicherungspflichtig beschäftigt warst.

Nach deiner (endgültigen) Rückkehr nach Deutschland könntest du dich direkt wieder bei der Agentur melden und würdest Arbeitslosengeld sowie verpflichtende Angebote erhalten, dich zu bewerben.

Es sei denn, du möchtest dich nach deiner Rückkehr selbstständig machen, hast während deiner Reise schon an deiner Selbstständigkeit gearbeitet und möchtest nun offiziell gründen oder hast bereits einen neuen Job in Aussicht.

Hier noch mal der exemplarische Ablauf aus obigem Beispiel kurz und knapp:

  • 15.09.2022: Kündigung einreichen zum Jahresende
  • 16. – 30.09.2022: Arbeitssuchend melden (online oder vor Ort) zum 31.12.2022
  • 31.12.2022 Tagesende: Wirksamwerden der Kündigung
  • 01.01.2023: Arbeitslosigkeit tritt ein
  • Bis spätestens 04.01.2023: arbeitslos melden (persönlich vor Ort) und Mitteilung deiner Reisepläne
  • 14.01.2023: von der Arbeitslosigkeit „abmelden“
  • Anspruch besteht während deiner Weltreise fort (maximal für 4 Jahre, bis 01.01.2027)
  • 15.07.2025: (endgültige) Rückkehr nach Deutschland
  • Ab dem 16.07.2025: (Wieder-) Anmeldung als Arbeitslos und Antrag auf Arbeitslosengeld, oder neuer Job oder Selbstständigkeit

Wenn du (wie wir selbst) vor deiner Kündigung und Weltreise verbeamtet warst, deinen Antrag auf Entlassung gestellt hast und somit nun FREI bist (YAAAY, JUBEL, JUBEL, JUBEL, GRATULATION😊!!!), hast du leider gar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld seitens der Agentur für Arbeit, da du nicht in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung eingezahlt hast.

*BADUMS*

Dementsprechend brauchst du dich aber auch nicht arbeitslos melden. Denn du würdest ja sowieso nichts dafür bekommen.

Den „Arbeitssuchend“-Eintrag über den Onlineservice kannst du jedoch setzen. (Musst es aber nicht)

Umso wichtiger ist es, wenn du als Beamt/in kündigst bzw. dich entlassen lässt, um auf Weltreise zu gehen, dir ein finanzielles Polster zuzulegen sowie einen guten Plan zu haben, was du gerne machen möchtest, um weiterhin oder nach deiner Reise Geld zu verdienen.

Dein Vorteil: Du bist als Ex-Beamt/in in vielen Spezialgebieten sehr gut ausgebildet, hast Berufserfahrung und weißt, wo du im Leben stehst.

Diesen Schritt zu gehen stellt ein Risiko dar, das ist dir sicherlich bewusst. Und warum du diesen Schritt gehst, weißt du genauso gut wie wir, die wir selbst viele Jahre erlebt haben, was es heißt für den Staat zu arbeiten. Denn was ist all die Sicherheit wert, wenn sie zu so einem hohen Preis erkauft wird.

Wir haben uns in diesem Beitrag angesehen, was es mit den Begriffen Arbeitssuchend und Arbeitslos auf sich hat und wie du dich bei der Agentur für Arbeit melden kannst. Außerdem haben wir festgestellt, dass du dich keineswegs arbeitslos melden musst, wenn du keine Leistungen in Anspruch nehmen möchtest.

Für den Fall, dass du planst, nach deiner Weltreise Arbeitslosegeld zu beziehen, haben wir aufgezeigt, wie der Weg dorthin aussehen kann sowie den Sonderfall geklärt, was für ehemalige Beamt*innen gilt.

Wir hoffen, dir mit unserem kleinen Guide zum Thema Weltreise & Arbeitslos melden einen guten Überblick gegeben zu haben, sodass du nun in der Lage bist, für dich selbst die passende Entscheidung zu treffen.

Erzähle uns gerne in den Kommentaren, wie du es vor deiner Reise gemacht hast oder wie du es angehen möchtest.
Falls du Fragen zu deiner persönlichen Situation hast, stelle sie uns ebenfalls gerne!

Dieser Beitrag ist Teil unserer Artikelserie

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Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen stellen keine einzelfallbezogene Rechtsberatung dar. Sie dienen der allgemeinen und unverbindlichen Information der Lesenden. Sie können und sollen eine Rechtsberatung durch einen Anwalt in einem konkreten Einzelfall nicht ersetzen.

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