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Vorsorge und Gesundheit auf Weltreise

Vorsorge und Gesundheit auf Weltreise

„Wie kann ich mich auf Weltreise gut um meine Gesundheit kümmern?

Was kann ich zur Vorsorge beachten?“

Gesundheit und Vorsorge vor und während der Weltreise

Genauso wichtig wie ein guter Backpack, ein vernünftige Kreditkarte oder die Sicherheit auf Reisen, ist das Thema Vorsorge und Gesundheit auf Weltreise.

Woran du vor einem langen Aufenthalt außerhalb Deutschlands oder deines Heimatlandes denken darfst, haben wir hier für dich in einigen Anregungen festgehalten.

„Man merkt erst, was man an seiner Gesundheit hat, wenn sie einmal nicht mehr da ist.“

Dieses Zitat trifft auf einer langen Reise umso mehr zu. Denn auf Reisen und im Ausland krank zu sein ist wirklich nicht schön. Schon gar nicht, wenn es sich um etwas größeres handelt.

Daher kann es ratsam sein, vor einer langen Reise ein paar Check-Ups machen zu lassen.

Beispielsweise ein großes Blutbild, eine körperliche Untersuchung und eine Untersuchung der inneren Organe, sowie einen Kontrolltermin beim Zahnarzt.

Auch der Besuch bei deiner Frauenärztin oder deinem Urologen kann sinnvoll sein.

Vorsorge ist einfach besser als Nachsorge.

„… für den Fall, dass doch mal was passiert.“

Natürlich solltest du beim Weltreise planen nicht sofort an Unfälle, Krankheit und Co. denken. Niemand möchte sich im Ausland verletzen, schon gar nicht während einer langen Reise.

Daher ist Vorsicht hier tatsächlich besser als Nachsicht.

Denn falls doch mal etwas passiert und du eine Weile „aussetzen“ musst, möchtest vielleicht wenigstens die Gewissheit haben, dass die Reise nach vollständiger Genesung weiter gehen kann. Eine Behandlung im Ausland ist allerdings in vielen Ländern mit einem erheblichen Kostenrisiko verbunden. Daher ist eine gute Krankenversicherung dein Garant für eine (zumindest finanziell) sorgenfreie Behandlung, Heilung und Weiterreise.

Insbesondere, wenn es sich um einen Unfall oder eine schwerere Erkrankung handelt, möchte man sich außerdem in guten Händen wissen. Leider sind viele staatliche Gesundheitssysteme nicht besonders gut aufgestellt. Es gibt vielerorts auch private Kliniken und Arztpraxen, die einfach mehr Möglichkeiten haben.

Diese lassen sich die Behandlung allerdings entsprechend bezahlen, was ebenfalls für den Abschluss einer vernünftigen Auslandskrankenversicherung spricht.

Was mit deiner privaten (deutschen) Krankenversicherung passiert, wenn du auf Weltreise bist.

… die für dich in Frage kommen könnten:

Hepatitis A

… wird über Lebensmittel und verunreinigtes Trinkwasser über übertragen und ist sehr ansteckend. Sie ist kommt weltweit vor, besonders in Gebieten mit schlechten Hygienestandards.

Die Inkubationszeit kann symptomfrei von Tagen bis zu mehreren Monaten betragen.

Die häufigsten Symptome sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit sowie eine Gelbfärbung der Haut und der Augen, da es sich um eine virale Infektion der Leber handelt.

Risiko-Regionen: Das Risiko einer Hep-A Infektion besteht in nahezu allen Ländern gleichsam. In den Tropen, Subtropen sowie Teilen Südeuropas treten Hep-A Infektionen gehäuft auf. In Süd- und Osteuropa, Afrika, Asien, Süd- und Mittelamerika ist es ebenfalls recht weit verbreitet.

Tollwut

… wird meist durch Tierbisse oder Kontakt mit Speichel von infizierten Tieren übertragen.

Da Tollwut unbehandelt leider zum Tod führt, kann eine vorsorgliche Impfung sinnvoll sein, abhängig vom individuellen Risiko. Auch nach einem Biss ist eine Tollwutimmunisierung noch möglich.

Als Vorsichtsmaßnahmen wird empfohlen, freilaufenden Tieren aus dem Weg zu gehen, sie nicht zu füttern oder anzulocken. Außerdem solltest du Lebensmittel sorgsam lagern, sodass keine Tiere an diese herankommen.

Nach einem Tier-Biss:

  • Die Wunde mit klarem Wasser und Seife lange reinigen
  • Die Wunde desinfizieren mit Desinfektionsmittel und Jod-Salbe; im Notfall tut es auch ein Alkohol ab 40 % Vol. aufwärts
  • Die Wunde abdecken und ärztliche Hilfe suchen, sodass eine umgehende Tollwut-Prophylaxe eingeleitet werden kann

Tollwutgebiete gibt es nahezu überall auf der Welt, weshalb eine länderspezifische Risikoeinschätzung nur schwer möglich ist.

Typhus

… ist eine bakterielle Infektion die meist über Nahrungsmittel und verunreinigtes Trinkwasser übertragen wird.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 10 und 15 Tagen. Die häufigsten Symptome sind Fieber, Durchfall, Muskelschmerzen und Kopfscherzen. In schweren Fällen kann es zum Organversagen kommen.

Als Prophylaxe gelten gute Handhygiene, Vorsicht bei der Speisenwahl (keine mit Leitungswasser gewaschenen Salate, kein roher Fisch, durchgegartes Fleisch), sowie niemals Wasser aus der Leitung zu trinken.

Typhus-Regionen:

Vor allem subtropische und tropische Regionen mit unzureichenden Hygieneverhältnissen. Insbesondere Nord- und Ostafrika, Indien, Nepal, Peru und Indonesien.

Gelbfieber

… wird von einer Mücke übertragen, die in der Dämmerung aktiv ist.

Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 6 Tagen, bis es zu Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommt. Die von der gutartigen Form betroffenen Patienten genesen innerhalb von 3 bis 4 Tagen.

In circa 15 % der Fälle kann es nach 1-2 Tagen der Genesung zu einem erneuten Fieberschub kommen. Dieser kann mit einem Anschwellen der Leber, gelblicher Haut und Augen sowie Blutergüssen einhergehen.

Eine Erkrankung führt bei schweren Verläufen zu Organerkrankungen sowie Leber- und Nierenversagen und kann tödlich verlaufen.

Weltweit ist Gelbfieber eine sehr seltene Diagnose, jedoch haben manche eine Gelbfieber-Impfpflicht für Reisende aus Gelbfiebergebieten erlassen. Erkundige dich daher, wenn du aus einem Gelbfiebergebiet in ein anderes Land reisen möchtest, ob eine solche Pflicht besteht.

Auch auf manchen Kreuzfahrten sind Gelbfieberimpfungen verpflichtend.

Die Impfung gegen Gelbfieber darf in Deutschland nur von autorisierten Impfzentren durchgeführt werden.

Übrigens: Die Gelbfieber Impfung wird lediglich unter die Haut injiziert – also nicht in den Muskel – und das tut wirklich nicht weh.

Gelbfiebergebiete: Südliches Afrika, Teile Südamerikas, insbesondere Amazonasbecken.

Malaria

Erreger der Malaria ist weder ein Bakterium noch ein Virus, sondern ein parasitischer Einzeller der Gattung Plasmodium.

Die Malariaerreger werden durch den Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke übertragen.

Es gibt drei bekannte Arten von Malariaerregern. Je nach Art kann die Inkubationszeit zwischen einer Woche und 18 Tagen oder mehr liegen; die Symptome variieren:

Grippeähnliche Symptome, Kopf- und Gliederschmerzen, schwankendes Fieber oder Fieberschübe die in Intervallen Tagen auftreten.

Die Erkrankung verläuft in den seltensten Fällen tödlich, allerdings ist eine Behandlung bei begründetem Verdacht und solchen Symptomen dringend empfohlen.

Eine Impfung gegen Malaria existiert derzeit nicht. Daher gibt es Prophylaxemittel, die vor der Reise in ein Malariagebiet eingenommen werden können.

Malariagebiete: Afrika südlich der Sahara, Mittel- und Südamerika insb. Amazonasbecken, Südasien, westliche pazifische Region und ein kleiner Teil im Mittleren Osten. Insgesamt gelten weltweit 96 Länder als Länder mit Malaria-Risiko

Der erste und wichtigste Schutz ist jedoch ein Mücken-Repellent sowie lange Kleidung.

Covid

Wir erwähnen das C-Wort hier lediglich aus Gründen der Vollständigkeit. Denn gegenwärtig ist es nun mal so, dass in manchen Ländern noch Einreisbeschränkungen in Bezug auf Corona bestehen.

Da eine Impfung gegen das Corona-Virus viele Reise-Erleichterungen mit sich bringt, hat es hier, auch abseits seiner Wirksamkeit – seinen Platz gefunden.

Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis ist eine im asiatischen Raum verbreitete Virusinfektion des Gehirns. Sie wird durch das Japanische-Enzephalitis-Virus ausgelöst, das von Mücken übertragen wird. Besonders Kinder sind gefährdet.

Meist verläuft die Erkrankung mild. Sie kann aber auch zu bleibenden Schäden (oder zum Tod) führen.

Die Inkubationszeit beträgt 4 bis 14 Tage. Die meisten Betroffenen entwickeln entweder keine oder nur milde Symptome. In Einzelfällen können schwere Symptome auftrete. Bauchschmerzen und Erbrechen sind die häufigsten Symptome in der Frühphase der Erkrankung bei Kindern.

Symptome der japanischen Enzephalitis sind:

  • hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Nackensteife
  • Lichtempfindlichkeit
  • Störung der Bewegungskoordination
  • Zittern
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krämpfe
  • Lähmungen

Eine Impfung gegen japanische Enzephalitis besteht aus zwei Dosen, die im Abstand von 7 Tagen bei Erwachsenen (oder auch Schnell-Schema) und 28 Tagen bei Kindern (oder auch Normal-Schema) verabreicht werden sollte.

Unsere standardmäßige Reiseapotheke besteht aus Folgendem:

  • Medikamente gegen Schmerzen, Entzündungen oder Fieber, wie Ibuprofen oder Paracetamol
  • Nahrungsergänzungsmittel (Vitamin C, Omega 3)
  • Elektrolyt-Lösungen bei Durchfall und Dehydrierung (oder bei Kater)
  • Pflaster und Verbandspäckchen für Wunden und Schnitte
  • Nasendusche und Nasenspülsalz
  • Allergietabletten
  • Wundsalbe
  • Mittel gegen Übelkeit (z.B. Vomex)
  • Japanisches Heilöl oder Minzöl bei Kopfschmerzen und zum Inhalieren bei Erkältung
  • Pflanzliche Mittel bei Erkältungskrankheiten (Sinupret, Gelomyrtol o.ä.)
  • Kohletabletten (machen hinten dicht) kann man dabei haben, haben wir bisher aber nie gebraucht
  • Nasenspray
  • Stichheiler für Mückenstiche sowie Salben (mit oder ohne Kortison)

Solltest du regelmäßig Medikamente einnehmen, dann lege dir einen Vorrat zu und erkundige dich, ob es in anderen Ländern dieses oder ähnliche Medikamente zu kaufen gibt. Du kannst dich mit Rezepten deines Arztes ausstatten lassen, welche teilweise auch auf Englisch verfügbar sind.

Insbesondere, wenn es sich um verschreibungspflichtige Medikamente handelt und du einen einen Vorrat mit dir führst, solltest du eine ärztliche Bestätigung für diese mit dabei haben. Zum Beispiel, da es am Flughafen oder bei Grenzkontrollen zu fragen kommen könnte, weshalb du diese Menge mitführst.

Du kannst deiner/m Arzt oder Ärztin auch von deinem Plan erzählen, dann fallen ihm oder ihr vielleicht noch ein paar Dinge ein, die für dich aus ärztlicher Sicht wichtig sein könnten.

Selbstverständlich gibt es auch im Ausland sehr gute Ärzte und im Akutfall solltest du jede Hilfe in Betracht ziehen, selbst wenn eine Arztpraxis in manchen Ländern eher einer Garage in einem Hinterhof gleichkommt.

Eine sehr schöne Erfahrung mit ärztlicher Versorgung haben wir in Mexiko gemacht, als Theresa ein Zahn abgebrochen war.

Es gab glücklicherweise direkt im Ort einen englischsprachigen Zahnarzt, der sogar Sonntags per WhatsApp erreichbar war. Wir vereinbarten vollkommen unkompliziert einen Termin für den nächsten Tag.

Dr. Daniel schickte sogar seinen Kollegen Dr. Fabio, um uns mit seinem Privatauto zur Praxis und wieder zurück zur Unterkunft fahren zu lassen.

Für 80€ war das ein richtig guter Deal und der Zahn hält bis heute. Und einen eigenen „Taxi-Service“ zum Zahnarzt, bekommt man auch nicht alle Tage.

Gesundheit ist ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtigste Thema überhaupt. Wenn wir jung sind, denken wir manchmal, wir wären unverwundbar. Dass das nicht stimmt fällt uns leider erst dann auf, wenn es uns doch mal erwischt.

Damit deine Weltreise gesund und voller Freude und Abenteuer verläuft, haben wir uns in diesem Artikel angesehen, was du bereits in Vorbereitung dazu beitragen kannst.

Wir haben uns einen kleinen Überblick über mögliche Reiseimpfungen verschafft, die du als Grundlage nutzen kannst, um für dich zu entscheiden, ob diese notwendig sind.

Außerdem hast du einen Einblick in unsere Reiseapotheke erhalten, der dir dabei helfen kann an die Dinge zu denken, die für dich wichtig sind.

Wie wichtig eine gute Auslandsreisekrankenversicherung ist, haben wir ebenfalls nochmal festgehalten.

Du hast weitere Tipps und Ideen zu Gesundheit und Vorsorge vor und während der Weltreise?
Dann lass sie uns gerne in den Kommentare wissen!

Dieser Beitrag ist Teil unserer Artikelserie

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