Arrecife an einem Tag: Unser Rundgang zu Fuß
Die meisten Menschen sehen von Arrecife nur den Flughafen. Sie landen, holen den Mietwagen und fahren direkt weiter an die Küste. Das kann man machen, aber man verpasst dabei den einzigen Ort auf Lanzarote, an dem die Insel nicht nach Urlaub aussieht, sondern nach Alltag.
Theresa hat 2 Nächte hier übernachtet. Der erste Tag ging fürs Ankommen drauf, den zweiten hat sie komplett zu Fuß in der Stadt verbracht. Diesen Rundgang zeigen wir dir hier.
Der Spaziergang dauert mit Pausen drei bis vier Stunden, ist rund vier Kilometer lang und komplett flach. Wenn dein Flieger morgens landet und dein Zimmer erst nachmittags frei wird, ist das der perfekte Einstieg in deinen Urlaub.
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Arrecife-Rundgang auf einen Blick
- Dauer: 3 bis 4 Stunden mit Pausen
- Länge: rund 4 km, alles flach
- Kostenlos, außer Museumsbesuch
- Startpunkt: Playa del Reducto
- Beste Zeit: vormittags, bevor es voll und heiß wird
- Mietwagen nötig: nein, alles zu Fuß machbar
- Vom Flughafen: Bus, rund 20 Minuten
Namensherkunft Arrecife
Der Stadt Arrecife auf Lanzarote sind flache Riffe vorgelagert, die die Wellen abfangen. Genau davon kommt der Name, denn arrecife heißt auf Spanisch Riff. Diese Riffe sind auch der Grund, warum das Wasser am Stadtstrand Playa del Reducto so ruhig ist und warum hier über Jahrhunderte Fischerboote sicher liegen konnten.
Arrecife ist mit rund 55.000 Einwohnern der mit Abstand größte Ort der Insel. Hauptstadt ist sie erst seit 1847, davor war es das deutlich hübschere Teguise im Landesinneren. Der Wechsel hatte einen simplen Grund: Der Hafen lag hier, und damit auch das Geld.
Das merkt man der Stadt bis heute an. Arrecife ist eine lebendige Hafenstadt, in der Menschen arbeiten, einkaufen und zur Schule gehen.

Anreise vom Flughafen
Der Flughafen liegt nur wenige Kilometer außerhalb, die Fahrt in die Stadt dauert rund 15-20 Minuten.
🚌 Mit dem Bus bist du für 1,40 Euro dabei. Unter der Woche fährt die Linie 22, samstags, sonntags und an Feiertagen die Linie 23. Werktags kommt etwa alle 25 Minuten ein Bus, am Wochenende deutlich seltener. Beide halten an der Playa del Reducto und an der zentralen Busstation Estación de Guaguas. Wenn du am Stadtstrand wohnst, steigst du also direkt vor der Haustür aus.
🚕 Mit dem Taxi zahlst du je nach Tageszeit rund 15 Euro.
🚗 Mit dem Mietwagen kommst du natürlich auch hin, brauchst dann aber einen Parkplatz. Für diesen Rundgang lohnt sich das Auto nicht, du läufst ohnehin alles zu Fuß.
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1. Playa del Reducto
Der Playa del Reducto ist der Stadtstrand von Arrecife mit goldgelbem Sand und ruhigem Wasser. Weil die vorgelagerten Riffe die Wellen brechen, bleibt das Wasser hier flach und ruhig.
Der Strand war bei unserem Besuch erstaunlich leer und die Atmosphäre ausgelassen und entspannt. Viele Einheimische kommen hierher, um ein paar gemütliche Stunden im Schatten der Palmen zu verbringen.
Am Ankunftstag hat Theresa hier bis zum Check-in gewartet. Rückblickend hätte sie die Zeit besser nutzen können.
2. Die Promenade und der Arrecife-Schriftzug

Vom Strand aus läufst du die Uferpromenade entlang Richtung Innenstadt, vorbei am Parque Islas Canarias. Der Park wurde nach Entwürfen von César Manrique gestaltet und ist voller Skulpturen unter freiem Himmel, darunter Manriques eigene Arbeit La Chatarra.
Am großen Arrecife-Schriftzug an der Promenade macht praktisch jeder ein Foto. Er steht auf Höhe des Parks, du kommst automatisch daran vorbei.
Der ganze Abschnitt heißt Avenida César Manrique und ist der Teil der Stadt, an dem sich das Leben abspielt. An der einen Ecke spielt ein Rentnerclub Karten, andernorts sitzen Einheimische draußen und genießen das Wetter, und manch einer spaziert gemütlich an der Strandpromenade entlang. Da lohnt es sich, zuzuschauen und das Treiben zu beobachten.
Bei etwa 2.810 Sonnenstunden jährlich ist es nicht verwunderlich, dass sich das Leben dort hauptsächlich außerhalb der eigenen vier Wände abspielt.
3. Puente de las Bolas

Wenn du ein paar Minuten weitergehst, folgt das Motiv, das du von jeder Arrecife-Postkarte kennst. Eine alte Zugbrücke führt vom Ufer hinüber auf ein kleines vorgelagertes Inselchen. Auf den beiden Brückenpfeilern liegt je eine Kanonenkugel, daher der Name Puente de las Bolas, also Kugelbrücke.
Die Brücke stammt aus dem 18. Jahrhundert und steht zusammen mit der Festung dahinter unter Denkmalschutz. Bleib auf der Mitte kurz stehen und dreh dich um. Von dort hast du den schönsten Blick zurück auf die Promenade und die Stadt.
4. Castillo de San Gabriel


Am anderen Ende der Brücke steht die Festung. Dort lernst du so einiges über die Geschichte von Lanzarote. Die erste Version der Brücke war aus Holz und hielt nicht lange, denn Berberpiraten brannten sie nieder. Danach baute man eine neue Festung aus Stein. Ihr heutiges Aussehen stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1972 ist sie ein nationales Denkmal.
Piratenüberfälle waren auf Lanzarote eine ständige Bedrohung. Die alte Inselhauptstadt Teguise wurde genau deshalb weit im Landesinneren gebaut, damit man die Angreifer kommen sah.
Heute ist im Inneren das Museo de Historia de Arrecife untergebracht, das Geschichtsmuseum der Stadt. Zu sehen gibt es Funde der Majos, der Ureinwohner Lanzarotes, Karten, Schiffsstücke und Modelle zur Entwicklung der Stadt. Groß ist die Ausstellung nicht, aber sie ist kostenlos und die Räume in den dicken Mauern sind einen Blick wert. Von den Wehrmauern hast du außerdem einen Rundblick über den Hafen.
5. Casa Amarilla und El Mercadillo

Zurück über die Brücke geht es in die Innenstadt. Auf dem Weg kommst du an der Casa Amarilla vorbei, dem gelben Haus in der Calle León y Castillo. Es ist der Sitz des Cabildo, also der Inselregierung, und eines der wenigen hübschen Gebäude im Zentrum von Arrecife.
Die Calle León y Castillo heißt im Volksmund Calle Real und ist die Haupteinkaufsstraße. Hier findest du Geschäfte, Bäckereien und Cafés, in denen mehr Einheimische als Urlauber sitzen.
Ein Stück weiter liegt der alte Markt, La Recova beziehungsweise das Centro Comercial El Mercadillo. Der historische Marktbau wurde restauriert und beherbergt heute Stände unter Arkaden. Es ist ein guter Zwischenstopp, weil es dort schattig und deutlich ruhiger ist als draußen auf der Straße.
Vor allem als Fotostopp eignet sich die Markthalle, doch die in dem als Markthalle konstruierten Einkaufszentrum ansässigen Läden haben ihre besten Tage leider bereits hinter sich.
6. Charco de San Ginés
Der Charco de San Ginés ist eine Meerwasserlagune mitten in der Stadt und das Highlight des Rundgangs. Rundherum stehen niedrige weiße Fischerhäuschen, im Wasser liegen kleine bunte Boote, und über allem ist es erstaunlich still, obwohl du dich im Zentrum einer 55.000-Einwohner-Stadt befindest.
Entstanden ist der Charco als natürlicher Fischereihafen. Die Boote lagen hier geschützt vor den Wellen, und über Jahrhunderte war das die wichtigste Einnahmequelle der Stadt. César Manrique hat den Bereich später umgestaltet und ihm das Gesicht gegeben, das er heute hat.
Manche nennen ihn das Venedig des Atlantiks. Das ist deutlich zu hoch gegriffen, aber es sagt etwas darüber, wie fotogen der Ort ist. Rundherum liegen Cafés und Restaurants mit Blick aufs Wasser. Hier kannst du eine Pause einlegen oder abends mit Blick aufs Wasser den Tag ausklingen lassen.
Direkt daneben steht die Iglesia de San Ginés, die älteste Kirche der Insel, mit ihrem markanten Turm und der weißen Kuppel. Sie wurde 1798 zur Pfarrkirche und ist dem Schutzpatron der Stadt geweiht. Davor liegt die Plaza de las Palmas.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Arrecife
Diese Sehenswürdigkeiten haben wir leider noch nicht besucht, sie wurden uns aber empfohlen:
Castillo de San José und das MIAC. Die zweite Festung der Stadt liegt rund drei Kilometer nördlich über dem Hafen Puerto Naos. Sie wurde im 18. Jahrhundert gebaut, unter anderem um während einer Hungersnot Arbeit zu schaffen, weshalb sie auch Fortaleza del Hambre heißt, also Hungerfestung. Heute ist darin das Internationale Museum für zeitgenössische Kunst untergebracht, das MIAC, ebenfalls von César Manrique umgebaut. Zu sehen sind Werke spanischer Künstler aus den Jahren 1950 bis 1980, darunter Joan Miró.
Arrecife ist übrigens die einzige Hauptstadt der Kanaren mit zwei erhaltenen Festungen.
Puerto Naos, Playa del Cable und das Teatro Atlántida haben wir nicht mehr geschafft. Wenn du mehr Zeit hast als einen halben Tag, sind das die nächsten Stationen bei deinem Rundgang durch Arrecife.
Unterkunft in Arrecife
Theresa hat zwei Nächte im Arrecife Gran Hotel* übernachtet, direkt am Playa del Reducto. Mit 54 Metern und 15 Stockwerken ist es das höchste Gebäude der Insel und damit von überall in der Stadt zu sehen.
Von außen ist es ein nicht gerade hübscher Klotz. Da gibt es nichts schönzureden, und wer sich weiße Häuser und Manrique-Ästhetik vorstellt, bekommt hier das genaue Gegenteil. Von innen war es dafür umso schöner.
Durch die Alleinlage in erster Reihe am Meer sind die Ausblicke aus den Zimmern mit ihren riesigen Fensterfronten ein wahrer Traum. Aus vielen Zimmern kannst du die Aussicht sowohl auf die Stadt Arrecife als auch auf das Meer und den Hafen von Arrecife genießen, wo auch die großen Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Auch die Sonnenauf- und -untergänge aus luftiger Höhe sind absolut traumhaft. Kurz gesagt: Uns hat das Arrecife Gran Hotel & Spa* komplett überzeugt. Vor allem, weil das Frühstück im Übernachtungspreis inkludiert war.
Das Buffet befindet sich im 1. Obergeschoss des Hotels mit direktem Blick auf den Atlantischen Ozean. Es gibt dort alles, was das Herz begehrt: Von Joghurt über Spiegeleier bis zu leckeren Brötchen und sogar Champagner.
Seit unserem letzten Besuch hat sich einiges getan. Die Zimmer wurden renoviert und sehen auf den aktuellen Bildern deutlich moderner aus als damals. Allein schon für die Aussicht lohnt sich dort ein Aufenthalt!
Praktische Tipps für deinen Tag in Arrecife
☀️ Geh vormittags los. Später wird es wärmer und voller, und die Promenade hat wenig Schatten. Sonnencreme und Kopfbedeckung gehören auch in der Stadt in die Tasche.
👟 Zieh bequeme Schuhe an. Der Rundweg von vier Kilometern klingt einfach, aber mit Pausen und Umwegen werden es dir deine Füße im Anschluss danken.
🛍️ Märkte: Mittwochs und donnerstags ist Markt am Charco de San Ginés, samstags findet auf der Plaza de las Palmas ein Kunsthandwerksmarkt statt. Wenn dein Tag darauf fällt, plane etwas mehr Zeit zum Bummeln ein.
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Fazit zu Arrecife an einem Tag
Der Rundgang lohnt sich, weil du in Arrecife das authentische kanarische Leben mitbekommst. Du siehst die Einheimischen, am Strand, im Café oder beim Spielen an der Promenade. Dieses Flair hat uns unglaublich gut gefallen. Natürlich gewinnt die Stadt keinen Schönheitspreis, aber dafür sind wir auch nicht hingefahren.
Zwischen den Fischerbooten im Charco, der alten Festung auf ihrem Inselchen und den weißen Dächern vor den Vulkankegeln bekommst du ein Bild von Lanzarote, das dir kein Ferienort zeigt.
Wenn du noch mehr Zeit auf Lanzarote eingeplant hast, schau dir unsere beiden Lieblingswanderungen auf der Insel an. Sie führen dich auf den Kraterrand der Caldera Blanca und an den Strand Playa del Risco, zu dem es keine Straße gibt.
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