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Caldera Blanca: Vulkan-Wanderung, Route und was du vorher wissen solltest

Die Caldera Blanca ist der größte Krater auf Lanzarote und die Wanderung dorthin gehört zu den bekanntesten der Insel. Der Weg dorthin ist einfacher, als er aussieht. Der Grat oben ist es nicht.

Theresa ist die Tour im März 2020 mit zwei Freundinnen gelaufen. Wir zeigen dir hier, wie du zum Startpunkt kommst, wie die Route abschnittsweise verläuft und ab wann es exponiert wird. Und wir sagen dir auch, an welcher Stelle wir umgedreht sind.

Der rund 1.200 Meter weite Kraterkessel der Caldera Blanca von oben
Die Caldera Blanca

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Steckbrief

StartpunktWanderparkplatz „Volcanic Trail Parking“ am Camino al Crater, westlich von Mancha Blanca
StreckenartHin und zurück oder Rundweg über die Calderata, beides möglich
Längeca. 9,5 bis 10 km
Höhenmeterca. 300 hoch und wieder runter
Reine GehzeitRechne mit 3 bis 4 Stunden.
SchwierigkeitBis zum Kraterrand leicht bis mittel. Auf dem Grat exponiert und ungesichert.
Höchster Punkt458 m über dem Meer
Schattenkeiner, auf der gesamten Strecke
Wassermindestens 1,5 Liter pro Person, im Sommer mehr
Eintrittkeiner
Beste ZeitNovember bis April, im Sommer nur früh morgens
MarkierungSteinmännchen und ein deutlicher Pfad, dazu eine Infotafel am Start
Toilettenkeine am Parkplatz

Lohnt sich die Wanderung zur Caldera Blanca?

Unsere kurze Antwort lautet: Ja! Allerdings lohnt sie sich nicht für jeden, und für manche auch nicht bis ganz nach oben auf den Krater.

Was für uns die Tour besonders macht, ist der Kontrast. Du läufst rund eine halbe Stunde durch ein schwarzes Lavafeld, das nach den Ausbrüchen zwischen 1730 und 1736 entstanden ist. Aus der Entfernung siehst du bereits den helleren Vulkankegel herausragen. Die Caldera Blanca ist rund eine Million Jahre alt und damit deutlich älter als die Lava, die sie heute umgibt.

Oben angekommen hast du einen Rundumblick über die Lavafelder, die Feuerberge im Nationalpark Timanfaya und bei guter Sicht auch bis zum Atlantik. Der Kessel selbst hat etwa 1.200 Meter Durchmesser und geht rund 300 Meter in die Tiefe. Das ist der größte Krater der Insel Lanzarote.

Doch Achtung: Der Weg auf dem Kraterrand ist schmal und nicht abgesichert. Dazu weiter unten mehr.

Wir haben uns ehrlicherweise wie in einer Mondlandschaft gefühlt, als wir die schroffen Lavafelder durchquerten. Alle paar Meter sind wir stehengeblieben, um Fotos zu machen, weil die Umgebung so surreal war.

Wanderweg durch das schwarze Lavafeld, im Hintergrund der helle Kegel der Caldera Blanca
Die endlosen Lavafelder mit der aufragenden Caldera Blanca.

Anfahrt und Parkplatz

Die Caldera Blanca liegt im Gemeindegebiet von Tinajo im Zentrum der Insel. Sie gehört zum Parque Natural de los Volcanes, dem Naturpark der Vulkane. Der grenzt an den Nationalpark Timanfaya an, ist aber nicht dasselbe.

Ohne Mietwagen kommst du hier nur schwer hin. Eine Busanbindung zum Startpunkt gibt es unseres Wissens nach nicht.

Der Wanderparkplatz liegt rund zwei Kilometer westlich von Mancha Blanca. Auf Google Maps findest du ihn als Parking rando Caldera blanca. Die Zufahrt heißt Camino al Crater und zweigt von der LZ-67 ab.

Wanderparkplatz am Camino al Crater als Startpunkt der Wanderung
Start der Wanderung

Aus Richtung Yaiza und Timanfaya: Du fährst auf der LZ-67 an der Einfahrt zum Nationalpark und am Besucherzentrum vorbei Richtung Mancha Blanca. Kurz vor dem Ort biegst du links in die kleine Schotterstraße ab.

Aus Richtung Tinajo oder Tinguatón: Du fährst durch Mancha Blanca hindurch Richtung Timanfaya. An der letzten Kreuzung hinter dem Ort folgst du nicht der LZ-67 nach links, sondern geradeaus der kleinen Straße, die schnell in einen Schotterweg übergeht.

Die Piste endet an einem Wendekreis. Dort stellst du das Auto ab. Der Ort befindet sich am Rande des Nationalparks Timanfaya und der Lavafelder.

Wir sind mit unserem gemieteten Kleinwagen problemlos zum Parkplatz gekommen und sind einfach ein bisschen langsamer gefahren. Bei unserem Besuch standen nicht viele Autos auf dem Parkplatz.

Wichtig: Lass nichts Wertvolles sichtbar im Auto liegen. Der Parkplatz liegt abgelegen und ihr seid mehrere Stunden weg.

Dazu weiterlesen: So findest du den besten Mietwagen in 7 Schritten

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Die Route

Am Beginn des Wanderwegs steht eine Informationstafel mit Route und Hinweisen. Die Route ist offiziell als GG-2 Mancha Blanca zur Caldera Blanca ausgeschildert.

Erst führt der Weg rund 30 Minuten durchs Lavafeld. Vom Parkplatz geht es flach durch die schwarze Lava, die bei den Ausbrüchen zwischen 1730 und 1736 entstanden ist. Der Untergrund ist grob und kantig, der Pfad selbst eindeutig und mit Steinmännchen markiert. Für uns war das der schönste Teil der Tour, weil es sich wie in einer Mondlandschaft anfühlte.

Am Fuße des Kraters angekommen, geht es nun steil bergauf Richtung Kraterrand. Hier liegen die rund 300 Höhenmeter, aber sie verteilen sich. Zieh auf jeden Fall festes Schuhwerk an, denn der Untergrund wird nach oben hin loser und sandiger. Deshalb sind Sohlen mit Profil wichtig.

Oben auf dem Kraterrand öffnet sich der Blick in alle Richtungen gleichzeitig. Wenn du in den Vulkankessel schaust, blickst du 300 Meter in die Tiefe. Beim Blick auf die Umgebung siehst du die Lavafelder, die Feuerberge im Timanfaya und sogar das Meer.

Der rund 1.200 Meter weite Kraterkessel der Caldera Blanca von oben, im Hintergrund der Atlantische Ozean
Kessel der Caldera Blanca

Der Name Caldera Blanca, also weißer Kessel, stammt passenderweise von den hellen Ablagerungen an der Oberfläche. Denn von unten sieht der Berg fast beige aus, mitten im dunklen Lavameer.

Der höchste Punkt mit 458 Metern liegt mitten auf dem Grat des Vulkans. Du kannst den Vulkan einmal komplett umrunden.

Zurück geht es entweder auf demselben Weg oder als Runde außen um die Caldera herum. Die Runde ist landschaftlich schöner, hat aber einen steilen, rutschigen Abstieg über losen Sand und Geröll.

Wir haben auf dem Rückweg den kleineren, rötlichen Nachbarkrater Montaña Calderata mitgenommen. Der hat rund 300 Meter Durchmesser und ist innen so flach, dass dort früher Landwirtschaft betrieben wurde. Bauern haben im Krater Nutzpflanzen angebaut.

Der rötliche Nachbarkrater Montaña Calderata mit flachem Kraterboden
Montana Caldereta: Der Nachbarvulkan der Caldera Blancha

Wie schmal ist der Grat?

Der Weg auf dem Kraterrand ist an manchen Stellen nur wenige Meter breit. Auf der einen Seite geht es rund 300 Meter in den Kessel hinunter, auf der anderen Seite den Außenhang hinab. Es gibt keine Geländer oder Absperrungen; wer stolpert, hat ein Problem.

Ich (Theresa) habe leichte Höhenangst. Der Aufstieg selbst war deswegen kein Thema, aber beim Blick ins Innere des Kraters und auf die steilen Abhänge wurde mir schon ziemlich mulmig zumute. Ich bin gegen den Wind angelaufen und habe versucht, nicht nach unten zu schauen. Meine Freundinnen waren bereits mehr als 15 Minuten vor mir an unserem Pausenpunkt angekommen, der etwa nach einem Drittel der Runde um den Kraterrand lag. Doch es ist ein traumhaftes Gefühl, sich nach Erreichen des Etappenziels darüber bewusst zu werden, den eigenen Ängsten entgegengetreten zu sein.

Unser Fazit dazu: Bis zum Kraterrand kannst du auch dann laufen, wenn du nicht schwindelfrei bist. Der Ausblick ist oben sofort da, du musst dafür nicht weit auf dem Grat entlanggehen.

Rundumblick vom Kraterrand der Caldera Blanca über die Vulkanlandschaft im Inselinneren
Fernblick von der Caldera Blanca

Wind, Calima und wann du besser umdrehst

Grundsätzlich kann man den Krater des Vulkans einmal komplett umrunden. Das haben wir allerdings nicht gemacht.

Auf dem Kraterrand ist es fast immer windiger als unten im Lavafeld, und auf einer schmalen Stelle macht das einen großen Unterschied. Wir wollten kein Risiko eingehen und sind deshalb nach unserer Pause umgekehrt, statt die Runde zu Ende zu gehen.

Was wir dir mitgeben würden:

  • Schau dir am Vorabend die Windvorhersage für Tinajo oder Mancha Blanca an, nicht nur die für deinen Urlaubsort. Lanzarote hat regional sehr unterschiedliche Bedingungen.
  • Wenn oben starke Böen angesagt sind, verschieb die Tour oder plane von vornherein nur bis zum Kraterrand.

Außerdem wären wir vorsichtig bei angekündigtem Calima. Wenn Saharastaub über der Insel liegt, wird die Luft milchig und die Fernsicht fällt praktisch aus. Der Aufstieg lohnt sich dann kaum, weil genau der Rundumblick der Grund für die Tour ist. Außerdem solltest du dann wegen hoher Feinstaubbelastung keine anstrengenden Aktivitäten im Freien unternehmen.

Erstarrter Lavastrom aus den Ausbrüchen von 1730 bis 1736 am Fuß der Caldera Blanca
Weitblick von der Caldera Blancha über den Lavafluss

Beste Jahreszeit und Tageszeit

Auf der gesamten Strecke gibt es keinen einzigen Schattenplatz. Weder im Lavafeld noch am Aufstieg noch oben.

Im Winterhalbjahr von November bis April ist die Tour angenehm zu laufen. Wir waren im März unterwegs, das hat gut gepasst.

Im Sommer solltest du früh starten, am besten kurz nach Sonnenaufgang. Ab dem späten Vormittag heizt sich die dunkle Lava spürbar auf und strahlt die Wärme zurück.

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Packliste

Pack dir die folgenden Sachen bei deiner Wanderung ein:

  • Feste Schuhe* mit Profil: Das Lavagestein ist scharfkantig, der Aufstieg lose. Turnschuhe reichen nicht.
  • Mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person, im Sommer 2 Liter und mehr. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit nachzufüllen.
  • Eine gute Windjacke*, denn auch bei 25 Grad unten ist es oben auf dem Grat deutlich frischer.
  • Sonnenschutz: Sonnencreme*, Kopfbedeckung und am besten ein Tuch für Nacken und Schultern.
  • Etwas zu essen für die Stärkung zwischendurch.
Steil abfallende Innenwand der Caldera Blanca, rund 300 Meter tief
Blick ins Innere der Caldera Blanca

Caldera Blanca und Timanfaya

Viele denken, die Caldera Blanca läge im Nationalpark Timanfaya. Das stimmt nicht.

Die Caldera Blanca gehört zum Parque Natural de los Volcanes, dem Naturpark der Vulkane. Der grenzt an den Nationalpark an, ist aber ein eigenes Schutzgebiet. Hier darfst du also auf eigene Faust kostenlos und ohne Anmeldung wandern.

Im Nationalpark Timanfaya selbst geht das nicht. Dort kommst du nur mit der Bustour ab den Montañas del Fuego hin, und aussteigen darfst du unterwegs nicht.

Lässt sich beides an einem Tag verbinden? Ja. Beide Startpunkte liegen an der LZ-67, nur wenige Kilometer auseinander. Wir würden die Wanderung morgens legen, solange es kühler ist, und den Nationalpark am Nachmittag anhängen. Auf dem Weg liegt außerdem das Besucherzentrum bei Mancha Blanca.

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Fazit: Wanderung zur Caldera Blanca

Die Caldera Blanca ist zurecht einer der Klassiker auf Lanzarote. Der Weg durch das Lavafeld allein ist die Anfahrt wert, und oben bekommst du einen Rundumblick, den du auf der Insel sonst so nicht findest.

Was uns hängen geblieben ist, ist weniger der Ausblick als das Gefühl, den eigenen Bedenken einmal entgegengetreten zu sein. Und die Erkenntnis, dass Umdrehen auch eine gute Entscheidung sein kann.

Wenn du nur eine Wanderung auf Lanzarote machst, ist diese eine sehr gute Wahl. Wenn du zwei machst, nimm noch den Abstieg zum Playa del Risco dazu, das ist unser Geheimtipp auf der Insel.

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