Sardinien-Geheimtipps: 9 spannende Orte & Erlebnisse, die echte Erinnerungen schaffen
In diesem Beitrag nehmen wir dich mit zu 9 Orten und Erlebnissen auf Sardinien, die uns besonders in Erinnerung blieben: echte Geheimtipps für alle, die Sardinien intensiv erleben möchten. Wir starten ganz „seicht“, mit Baden & Schnorcheln im glasklaren Wasser der Punta Volpe und graben uns immer tiefer in die Insel hinein – bis zu einem dunklen Geheimnis, das sich hinter den Bergen Sardiniens verbirgt.
Es ist Ende Mai, als wir über die Fotos unserer letzten Reise nach Sardinien stolpern. Digitaler Frühjahrsputz stand an, und so landeten knapp 3000 Bilder auf unseren Bildschirmen, aus der Zeit, als wir knapp 2 Monate auf Sardinien verbrachten. Manche der Bilder versetzen uns direkt an den Tag zurück, an dem sie entstanden sind, und rufen uns in Erinnerung, wie es war, dort zu sein:
Etwa, wie sich das Salz auf der Haut anfühlte, nachdem wir von einer Bootstour zu den freilebenden Delfinen vor Golfo Aranci zurückkamen, oder wie heiß es in Olbia war, als wir diese kleine, alte Pizzeria in einer Seitengasse entdeckten, die seit über 20 Jahren dieselbe Pizza backt.
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1. Baden und Schnorcheln an der Punta Volpe
Es ist sehr warmer Spätsommertag in Porto Rotondo. Wir waren erst vor ein paar Tagen auf Sardinien angekommen, nachdem wir mit der Tagfähre von Livorno nach Olbia übergesetzt hatten. Unter unserem Balkon glitzert das Wasser der Costa Smeralda und nach dem Check-in haben wir nur einen Wunsch: Ab ins Wasser!
Die Punta Volpe, die Schmetterlingsbucht, ist eine kleine Halbinsel mit einigen sehr luxuriösen Anwesen mit ihren Privatstränden. Doch die Buchten ringsum sind öffentlich und bieten natürlich das gleiche, glasklare und türkisblaue Wasser.

Chris springt zuerst rein und entdeckt mit Schnorchel und Tauchmaske direkt einen großen Rochen.
Obwohl es bereits Ende September war, hatte die Sonne noch immer ordentlich Kraft. Die oberste Wasserschicht war fast badewannenwarm, darunter wurde es etwas kühler. Zwischen den flachen Felsen, dem hellen Sandgrund und den kleinen Buchten stellt sich schnell dieses entspannte Sardiniengefühl ein, das süchtig machen kann.
Die Punta Volpe in Porto Rotondo, mit ihren vielen kleinen Buchten ist für uns ein absoluter Geheimtipp für alle, die entspanntes Strandfeeling suchen, gerne baden und schnorcheln, dabei gleichzeitig nah an allen Annehmlichkeiten wie Restaurants und Cafés sein möchten, und eignet sich auch für Kinder bestens zum Baden, da es hier kaum Strömungen gibt und der Strand flach abfällt.
Wir waren selbst im Oktober hier noch schnorcheln, dann aber mit Neoprenanzug 😄. Selbst dann waren hier noch viele am Baden.
2. Wilde Delfine sehen in Golfo Aranci
Chris’ Familie war zu Besuch nach Sardinien gekommen und wir wollten gemeinsam einen Ausflug in der Nähe von Porto Rotondo unternehmen. Für den Familienausflug fiel die Wahl auf Golfo Aranci, den Nachbarort von Porto Rotondo.
Golfo Aranci wirkt ebenfalls gepflegt und stellenweise exklusiv, ist aber deutlich bodenständiger und gewachsener als Porto Rotondo. Der Ort war ursprünglich ein Fischerdorf und hat sich bis heute einen Teil seiner authentischen Geschichte bewahrt. Zwischen Hafen, Strandpromenade und kleinen Buchten fühlt sich Golfo Aranci eher wie ein sardischer Küstenort an, der mit dem Tourismus mitgewachsen ist.
Unsere Delfintour hatten wir vorab online über GetYourGuide gebucht*, für knapp 35 € pro Person. Abgelegt wurde direkt unterhalb eines Hotels an einem kleinen Privatstrand. Von dort ging es mit einem motorisierten Schlauchboot hinaus aufs Meer. Die Gruppen sind meist klein, bei uns waren es ungefähr zehn bis zwölf Personen.

Schon die Fahrt ist Teil des Erlebnisses. Das Schlauchboot nimmt schnell Fahrt auf, Wasser spritzt ins Gesicht, und durch Sonne und Fahrtwind trocknet alles sofort. Später merkt man die feine Salzschicht auf Haut, Armen und Beinen.
Nach etwa 15 Minuten erreichen wir die Bucht vor Golfo Aranci. Dort befinden sich mehrere Fischzuchten, in deren Nähe sich häufig Delfine aufhalten.
Eine Sichtung ist natürlich nie garantiert, da die Tiere wild leben, aber die Chancen stehen meist gut. Sobald man in die Nähe der Becken kommt, werden die Motoren ausgeschaltet, damit die Tiere nicht gefährdet werden.

Bei unserer Tour hatten wir Glück. Die Delfine tauchten tatsächlich auf, kamen immer wieder an die Oberfläche, sprangen aus dem Wasser und bewegten sich in der Nähe der Boote. Mal sieht man nur kurz eine Rückenflosse, mal gleiten sie ein Stück neben dem Boot durchs Wasser.
Gerade für Familien mit Kindern ist das ein ganz besonderer Moment. Weil es kein künstlich arrangiertes Erlebnis ist, sondern draußen auf dem Meer, ganz natürlich passiert.
Wir hatten die Nachmittagstour gebucht. Im Spätsommer lag das Licht schon etwas tiefer, die Sonne glitzerte auf der Wasseroberfläche, und auf der Rückfahrt merkten wir schon, dass dieses Erlebnis uns auch ein bisschen ausgepowert hatte 😄. Das Meer, die schnelle Fahrt, die salzige Haut und dann diese kurzen Augenblicke mit den Delfinen: Für uns war das einer der Sardinien-Ausflüge, die wirklich in Erinnerung bleiben und an die wir heute noch gerne zurückdenken.
Delfin-Tour
⭐⭐⭐⭐⭐ 4,8/5
über 2800 Bewertungen bei GetYourGuide*
3. Eine kleine, traditionelle Pizzeria in Olbia
Es war ein warmer, fast heißer Tag in Olbia. Die Altstadt hatte sich ordentlich aufgeheizt, und wir waren gerade von der Basilica di San Simplicio zurück Richtung Zentrum unterwegs. Seit dem Frühstück hatten wir außer Wasser und ein paar Tassen Kaffee eigentlich nichts mehr zu uns genommen. Irgendwann war klar: „Jetzt muss etwas zu essen her.“
Wir liefen am Bahnhof entlang, überquerten die Gleise und bogen in eine Seitengasse Richtung Fußgängerzone & Via Corso Umberto ein. Wir schlenderten an einer kleinen Pizza-Backstube vorbei, die man auf den ersten Blick wohl eher nicht als Geheimtipp abgespeichert hätte. Plastikstühle vor der Tür, einfache Fassade, ein bisschen abgegriffen, ein bisschen schäbig. Eigentlich waren wir schon daran vorbeigelaufen.

Ein paar Einheimische saßen vor der Pizzeria, Cola auf dem Tisch, Zigarette in der Hand, vor sich dick belegte Pizzastücke, die eigentlich ziemlich lecker aussehen. Also machen wir auf der Hacke kehrt, denn wenn in einer unscheinbaren Seitengasse so viele Locals sitzen, ist das meistens ein sehr gutes Zeichen.
Und genau so war es. Die Pizzastücke waren groß, ordentlich belegt, günstig und genau das Richtige an diesem wunderschönen Tag in Olbia. Kein schickes Restaurant, kein aufbereiteter Touristenort, sondern eine dieser Adressen, an denen man kurz stehen bleibt, bestellt, sich irgendwo dazusetzen und merkt: Das hier funktioniert, weil es einfach gut ist.
Später stellte sich heraus, dass die kleine Pizzeria in Olbia durchaus eine Art Institution ist. Besonders die Leute, die in der Nähe ihren Jobs nachgehen, holen sich hier nach der Arbeit noch etwas zu essen oder treffen hier Freunde zum Feierabend. Lange geöffnet war der Laden bei unserem Besuch nicht, gegen 17 Uhr war Schluss. In der Hauptsaison bis September hat der kleine Laden bis 21 Uhr geöffnet.
Für uns war genau das einer dieser kleinen Sardinien-Momente, die man nicht plant und die ewig in Erinnerung bleiben.
Eine Seitenstraße abseits der Massen, ein paar Plastikstühle, einfache Pizzastücke und plötzlich ein Ort, an den wir uns lieber erinnern als an jedes überteuerte Restaurant mit Meerblick.
Hotel-Tipps
Hotels und Unterkünfte in Olbia, die wir empfehlen können:
Gästehaus Almasarda* 9,5 bei booking.com, ab 96 €.
Wenn du auf der Suche nach einer preiswerten und gleichzeitig schönen, gepflegten Unterkunft im Zentrum von Olbia bist, ist dieses Gästehaus mit verschiedenen Zimmerkategorien für dich das Richtige.*
La Casa Del Pittore*, 9,7 bei booking.com, ab 57 €.
Diese Unterkunft bietet eine eigene Küche mit Zugang zu einer Dachterrasse, mitten im Herzen von Olbias Altstadt! 👉 Perfekt für Selbstversorger, die gerne gemütlich auf der Terrasse frühstücken möchten.*
💸 Spartipp: VL Central Rooms*, 9,3 bei booking.com, ab 52 €.
Private Apartments in Top Lage: Unser Preis-Leistungs-Tipp in Olbias Innenstadt, wenn du gerne bei der Unterkunft ein bisschen sparen möchtest, gleichzeitig aber nicht auf Komfort und modernes Ambiente verzichten möchtest!
zu VL Central Rooms*
Corso Umberto Rooms*, 9,0 bei booking.com, ab 68 €.
Wenn du gerne das pure Leben in Olbia spüren möchtest, ist diese Unterkunft für dich perfekt: Tür auf und du stehst direkt auf der Fußgängerzone Corso Umberto! Mit Cafés, Restaurants, Shop
4. An heißen Tagen in die Berge von Villanova Monteleone
Von der Ostküste rund um Olbia wechselten wir später an die Westküste Sardiniens, in die Region um Alghero. Gerade im Sommer kann sich die Gegend stark aufheizen. Wenn man nicht nur den ganzen Tag am Strand verbringen möchte, lohnt sich deshalb ein Ausflug ins oftmals kühlere Hinterland.
Einer dieser Orte ist Villanova Monteleone, ein traditionelles sardisches Bergdorf hinter Alghero. Schon auf der Fahrt merkt man, dass Sardinien hier anders wirkt: weniger Küste, weniger Trubel, dafür bergiger, ruhiger und spürbar authentischer.
Im Ort selbst sollte man sich nicht blind auf Google Maps verlassen. Villanova Monteleone besteht aus engen Gassen, steilen Straßen und Abzweigungen, bei denen man mit dem Mietwagen schnell in Schwierigkeiten geraten kann. Am besten bleibt man auf den größeren Straßen, auch wenn die Navigation etwas anderes vorschlägt.
Villanova Monteleone ist kein herausgeputzter Touristenort, sondern ein altes, sardisches Dorf mit schmalen Gassen, großen Palazzi, markanten Plätzen und einem Rathaus mit schweren Steinmauern.
Viele Gebäude wirken etwas in die Jahre gekommen, aber genau das macht den Ort interessant. Er fühlt sich nicht inszeniert an, sondern zu 100 % echt.
Besonders bleiben uns die alten Fotografien in Erinnerung, die in den Gassen zu sehen sind. Beim Spaziergang stößt man immer wieder auf Bilder aus früheren Jahren und bekommt dadurch ein Gefühl dafür, wie viel Geschichte in diesem kleinen Bergdorf steckt.
Ein Ort für einen kompletten Sardinien-Urlaub ist Villanova Monteleone vermutlich nicht. Für einen Tagesausflug ab Alghero ist er aber genau richtig: Man läuft durch steile Gassen, steigt Treppen hinauf, kommt an Brunnen vorbei und hat zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke in Richtung Küste und auf das Umland.
Gerade im Sommer ist Villanova Monteleone auch klimatisch spannend. Während es unten in Alghero 30 bis 35 Grad haben kann, ist es oben in den Bergen oft fünf bis sechs Grad kühler. Wenn man also etwas Bewegung, ein anderes Sardiniengefühl und eine Pause von der Küstenhitze sucht, ist Villanova Monteleone ein schöner Geheimtipp.
5. Ein kleines Weingut nahe Alghero
Für unseren nächsten Tipp bleiben wir in Alghero: Hier findet man nicht nur Strände, Altstadtgassen und die Bergregionen im Hinterland, sondern auch einige schöne kulinarische Ausflugsziele. Eines davon liegt nur etwa 20 Minuten mit dem Auto von Alghero entfernt: das Weingut Ledà d’Ittiri.

Beinahe wären wir gar nicht dorthin gefahren, weil unser Auto an diesem Tag Probleme machte, doch zum Glück haben wir es trotzdem gewagt und sind mit blinkender Warnleuchte weitergefahren, sonst hätten wir uns einen richtig schönen Abend entgehen lassen. 😉
Das Weingut Ledà d’Ittiri ist ein Familienbetrieb und liegt ruhig zwischen Weinreben und Olivenbäumen. Schon bei der Ankunft merkt man, dass dieser Abend etwas anderes wird als ein klassischer Restaurantbesuch in Alghero. Kein Trubel der Altstadt, keine aufgeheizten Steingassen, sondern Landluft, Reben, warmes Licht, und vor Ort erwartet uns bereits ein gedeckter Tisch mit Gläsern, Brot, Käse, Wurst und Oliven.
Die Weinprobe dauert ungefähr 90 Minuten und wird auch auf Englisch angeboten. Wir probieren verschiedene sardische Weine, die durchaus stark sind, begleitet von kleinen regionalen Spezialitäten. Gerade wenn man Sardinien nicht nur über Strände und Orte erleben möchte, sondern auch über Geschmack, Gerüche und diese langsamere Art, wie hier der Abend begangen wird, ist das eine wunderbare Abwechslung.

Besonders spannend ist rund um Alghero auch die Weinkultur selbst. Neben bekannten sardischen Rebsorten wie Vermentino oder Cannonau spielt hier auch Torbato eine besondere Rolle. Diese Rebsorte ist eng mit der Gegend um Alghero verbunden und passt gut zu dieser Region, in der sich sardische und katalanische Einflüsse ohnehin immer wieder begegnen.
Nach der Weinprobe laufen wir noch ein wenig über das Gelände, zu den Reben hinüber, und lassen den Abend ausklingen. Gerade im Sommer oder Spätsommer ist das ein wunderbares Kontrastprogramm zu Stadt und Strand: ruhig, persönlich und sehr sardisch.
Unser Tipp: Die Plätze bei Ledà d’Ittiri sind begrenzt, deshalb sollte man die Weinprobe vorher reservieren. Wir haben unsere Tour online über GetYourGuide gebucht*, vor Ort hat alles problemlos funktioniert.

Weingut
⭐⭐⭐⭐⭐ 4,8 von 5
über 300 Bewertungen bei GetYourGuide*
6. Authentisch ohne Ende: Der Ort Cabras
Wir fahren weiter entlang der Westküste in Richtung Süden und gelangen in die Region Oristano.
Oristano selbst ist ebenfalls eine sehr schöne, sehenswerte Stadt, doch noch mehr in guter Erinnerung geblieben ist uns der Ort Cabras. Der kleine Ort liegt am See Stagno di Cabras und bietet äußerst authentische Einblicke in das sardische Leben heute, sowie in vergangenen Zeiten.
Am großen Platz „Piazza Stagno“, direkt am See, erinnert ein Freilichtmuseum an die Fischereitradition des Ortes, die darin besteht, dass die Fischer mit Booten aus zusammengebundenem Schilf auf den See fuhren, da man mit anderen Fischerbooten nicht durch das dichte Ufergewächs hindurchkam.
Die Olivenernte war gerade im Gange, als wir den Ort Cabras für uns entdeckten. An der örtlichen Olivenpresse reiht sich eine Wagenkolonne mit Anhängern. Darauf stehend: Hunderte Kilo frisch geernteter Oliven, die darauf warten, zu Öl gepresst zu werden.
Cabras ist für uns einer der authentischsten Orte der Westküste Sardiniens und bietet, mit seiner Nähe zu Oristano, Torre Grande und der Sinis Halbinsel, viele Möglichkeiten und Abwechslung. Auch das örtliche, archäologische Museum, das Museo Civico Giovanni Marongiu, ist einen Besuch wert!
Cabras eignet sich besonders für alle, die das leisere Sardinien bevorzugen und echte Einblicke in das Leben vor Ort gewinnen möchten.
7. Ferien im Sehnsuchtsort mit Nostalgie-Faktor: Solanas
Unsere Sardinien-Rundreise führte uns weiter Richtung Süden. Wir durchquerten Cagliari, ließen die Hauptstadt hinter uns und erreichten schließlich Solanas, einen kleinen Ferienort an der Südküste Sardiniens.
Schon bei der Ankunft hatte Solanas für uns etwas angenehm Unaufgeregtes. Kein durchgestylter Urlaubsort, kein Hafen voller Yachten, keine Altstadt, die sich komplett auf Besucher eingestellt hat. Eher ein Ort, wie man ihn sich vielleicht aus Italienurlauben der 90er- oder Nullerjahre vorstellt: ein paar kleinere und mittelgroße Hotels, viele Ferienhäuser, einfache Restaurants, Pizzerien, ein kleiner Laden, ein Wochenmarkt und ein einziger, riesengroßer Strand.
Die Bucht von Solanas ist weit, offen und von Felsen eingerahmt. Der Sand ist fein, das Meer liegt direkt vor dem Ort, und weil die Bucht nach Süden ausgerichtet ist, hat man hier fast den ganzen Tag Sonne. Links erhebt sich die felsige Küste Richtung Capo Boi mit einem alten Turm, zu dem man eine kleine Wanderung unternehmen kann. Schon dadurch wirkt Solanas nicht nur wie ein Badeort, sondern wie ein Ort, an dem man auch ohne großes Programm gut ein paar richtig schöne Tage verbringen kann.
Genau das hat uns an Solanas gefallen. Man muss hier nicht viel planen: Morgens auf der Terrasse frühstücken, irgendwann die Strandtasche packen, Sonnenschirm unter den Arm, zu Fuß runter ans Meer. Fast jede Unterkunft im Ort liegt so, dass man den Strand ohne große Wege erreichen kann. Unten warten im Sommer ein paar Strandbars, Liegestühle, einfache Gerichte, kalte Getränke und dieser sehr klassische Rhythmus eines italienischen Strand- und Badeurlaubs.
Wir fühlten uns hier wirklich in „die guten alten Zeiten“ zurückversetzt, in die frühen Tage unserer ersten Italien-Urlaube.
Am späten Nachmittag läuft man dann wieder zurück, mit salziger Haut, warmen Schultern und vielleicht einem leichten Sonnenbrand, ruht sich kurz aus und überlegt, wo man abends essen geht. Im Ort selbst gibt es einfache sardische Gaststätten und Pizzerien, manchmal wird am Abend Spanferkel gegrillt. Oder man fährt mit dem Auto noch ein Stück hinaus und sucht sich in der Umgebung ein Restaurant, etwa in Villasimius, wo man auch noch ein wenig flanieren kann.
Für uns ist Solanas genau deshalb ein Geheimtipp. Nicht, weil der Ort spektakulär wäre, sondern weil er sich nicht so stark verändert anfühlt wie viele andere Ferienorte.
Hier steht nicht der große internationale Tourismus im Vordergrund, sondern eher klassischer Familienurlaub: Ferienhaus, Strand, Sonnenschirm, Pizza, Markt, Abendessen, Meer – fertig. Einfach nur abschalten, entspannen. Punkt.

Auch als Basis ist Solanas praktisch. Vom Flughafen Cagliari ist man mit dem Mietwagen schnell dort, und die etwa einstündige Fahrt nach Solanas fühlt sich direkt nach „Ankommen im Urlaub“ an.
Wer also im Süden Sardiniens mit dem Flieger, landet und nicht erst lange weiterfahren möchte, findet hier einen angenehm bodenständigen Ort mit großem Strand, ruhiger Atmosphäre und guter Lage für Ausflüge.
🚗 Mietwagentipp: Wir haben die besten Preise für Mietwägen stets auf der Vergleichsplattform DiscoverCars* gefunden.
Solanas ist kein Ort für großes Sightseeing und kein Ort, der sich besonders inszeniert. Und gerade das macht ihn so schön. Man kommt an, stellt das Auto ab, läuft zum Strand und ist irgendwie sofort im Ferienmodus. Für uns war Solanas eines dieser Ziele auf Sardinien, bei denen das Gesamtpaket stimmt: unkompliziert, sonnig, wunderbares Meer, und noch ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wir würden sagen: Es ist der perfekte Ort für alle, die sich nach „dem alten Italien“ sehnen.
8. Die gläsernen Aufzüge von Cagliari
Ein Ausflug nach Cagliari darf natürlich nicht fehlen. Etwas, das uns ganz besonders in Erinnerung geblieben ist und was nicht nur praktisch, sondern auch ein verstecktes Highlight der Stadt ist, sind die gläsernen Aufzüge, die die Ebenen der Altstadt miteinander verbinden.
Denn Cagliari ist keine Stadt, die sich einem komplett ebenerdig erschließt, im Gegenteil: Die Altstadt liegt auf mehreren Höhenstufen, und besonders das historische Viertel Castello thront deutlich über den tiefer gelegenen Straßen, Parkplätzen und Vierteln der Stadt.
Die gläsernen Aufzüge wurden aus einem sehr praktischen Grund erbaut: Sie verbinden die unterschiedlichen Ebenen der Stadt miteinander. Wer in Cagliari wohnt, arbeitet oder einkauft, muss dadurch nicht jedes Mal Treppen, steile Wege und lange Anstiege bewältigen. Gerade für ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen oder alle, die nicht gut zu Fuß sind, machen diese Aufzüge die Altstadt überhaupt erst richtig zugänglich.
Wir parkten im APCOA-Parkhaus Regina Elena unterhalb der Altstadt und fuhren von dort mit dem Aufzug hinauf Richtung Castello. Unten noch Parkhaus, Verkehr und aufgeheizte Stadtluft, oben plötzlich helle Mauern, alte Fassaden, Plätze, Kirchen und dieser erste, beeindruckende Blick über Cagliari. Oben angekommen, lohnt es sich, nicht direkt weiterzulaufen.
Von der Plattform beim Aufzug hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt: über die Dächer von Cagliari, die tiefer liegenden Viertel, die Straßen unterhalb des Castello und je nach Blickrichtung bis hinaus zum Hafen und zum Meer. Gerade dieser Moment macht den Aufzug nicht nur praktisch, sondern auch zu einem Erlebnis für sich.
Der Ausstieg an der Piazza Indipendenza ist ein ziemlich perfekter Einstieg in die Altstadt. Von hier ist man direkt im historischen Castello-Viertel, nahe der Torre di San Pancrazio, der Piazza Palazzo, dem Palazzo Regio und der Kathedrale von Cagliari. Man steht also nicht irgendwo am Rand der Stadt, sondern wird fast direkt in ihren alten Kern gehoben.
Gerade das macht die gläsernen Aufzüge zu einem echten Geheimtipp. Sie sind praktisch, unkompliziert nutzbar, und zugleich bekommt man schon beim Hochfahren ein Gefühl für die besondere Lage Cagliaris.
🏠 Unterkunft Tipps
Die schönsten Unterkünfte zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis in Cagliari:
👉 Unser Tipp: Suite 97 Cagliari*: 9,7 bei booking.com, ab 109 €.
Modernes, voll ausgestattetes Apartment mit Küche und in bester Lage, um Cagliari zu Fuß zu erkunden. Frühstück im Kühlschrank – zur inkludierten Selbstbedienung.*
🏠 Außergewöhnlich: Apartamento Adiosa*, 9,4 bei booking.com, ab 106 €.
Großes Apartment in einem historischen Gebäude mitten in der Altstadt von Cagliari, mit Parkplatz und allem, was man an Ausstattung benötigt.*
⬆️ Top Preis-Leistung: I’MC IoAMoCagliari*: 9,1 bei booking.com, ab 51 €.
Zitat: „An der Unterkunft, der Lage, dem Ambiente, der Besitzerin und der Sauberkeit gibt es absolut nichts zu bemängeln. Es war super schön hier.*“ – Philipp, aus Deutschland.
9. Natur, beste Aussicht & ein dunkles Geheimnis: Castello di Quirra

Es war bereits Oktober, als wir für mehrere Wochen aufs Land in den Südosten Sardiniens zogen. Genauer gesagt nach Quirra, in die Gegend zwischen Muravera und Villaputzu. Der Ort selbst ist wenig spektakulär. Ländlich, abgeschieden, um diese Jahreszeit fast ausgestorben. Ein paar Häuser, viel Landschaft, kaum Bewegung auf den Straßen, dafür viele Schafe.

Diese Region zieht Menschen an, die weniger den klassischen Sardinienurlaub suchen, sondern die Natur genießen wollen. Immer wieder sahen wir Camper, die hier für ein paar Tage standen. Auch wir liefen oft durch die Umgebung, vorbei an trockenen Wegen, niedriger Vegetation, Hügeln und dieser stillen, etwas herberen Landschaft, die mit der Costa Smeralda nichts mehr gemeinsam hat.

Über allem thront das Castello di Quirra. Oder besser: das, was von ihm geblieben ist. Die Ruine liegt oben auf einem Berg und ist frei zugänglich. Der Weg hinauf ist nicht lang, aber steil genug, dass man oben kurz stehen bleibt und erst einmal durchatmet. Besonders zum späten Nachmittag lohnt sich die Wanderung. Dann liegt das Licht flacher über der Landschaft, und von oben öffnet sich der Blick über das gesamte Umland.

Man sieht die Berge, die Küste, die weiten Flächen des Salto di Quirra und bei guter Sicht bis in Richtung Ogliastra. Für einen Moment wirkt Sardinien hier sehr ursprünglich: leer, groß, trocken, felsig und erstaunlich still. Wer gerne wandert und Orte mag, an denen man nicht ständig anderen Reisenden begegnet, findet am Castello di Quirra einen echten Geheimtipp.

Und gleichwohl ist Quirra kein Ort, den man nur romantisieren sollte.
Erst nachdem wir unser kleines Haus mitten in der Natur bereits für mehrere Wochen gemietet hatten, beschäftigten wir uns genauer mit der Geschichte der Region. Dabei stießen wir auf das militärische Testgelände von Salto di Quirra, auf Rüstungs- und Raumfahrttests, auf Sperrgebiete und auf die Diskussionen um mögliche Umwelt- und Gesundheitsfolgen früherer militärischer Nutzung.
Plötzlich bekam diese stille Landschaft eine zweite Ebene.

Das war ein seltsames Gefühl. Man steht zwischen Bergen, läuft durch eine scheinbar unberührte Natur, schaut abends auf die Hügel und merkt dann: Sardinien besteht nicht nur aus türkisblauen Buchten, Altstädten und Agriturismi.
Unter der schönen Oberfläche liegen auch Geschichten, die schwerer sind. Geschichten von Militär, Industrie, Forschung, Streit, Verdacht und viele offene Fragen, wie unsere spätere Recherche ergab. Unklare Häufungen gesundheitlicher Beeinträchtigungen in der Region und eine Bürgerinitiative, die versucht, das aufzuklären, was hier vielleicht einst stattfand.
Doch einige Fakten lassen sich nicht leugnen: Auffällig viele militärische Einrichtungen sowie ein großes Gelände des Rüstungskonzerns „Leonardo“ befinden sich hier, rund um Quirra.

Quirra ist durchaus ein ungewöhnlicherer Sardinien-Geheimtipp. Die Region ist schnell erzählt: ein paar stille Wege, einige Strände, die teilweise nur zu Fuß und durch militärisch geprägtes Gebiet erreichbar sind, das alte Castello und viel Landschaft, Esel, Schafe, und dann diese Geschichte von militärischen Tests, die scheinbar nie ganz aufgeklärt wurde.
Oben an der Ruine wirkt das Hinterland von Sardinien weit und frei. Unten im Tal stehen Schilder, Zäune und Anlagen, die daran erinnern, dass diese Insel auch strategischer Raum ist.
Wer sich auf Quirra einlässt, sieht Sardinien nicht nur als Urlaubsinsel, sondern als Ort mit Brüchen. Und genau das macht einen solchen Ausflug so eindrücklich.

Unser Tipp: Die Wanderung zum Castello di Quirra lohnt sich besonders am späten Nachmittag oder zum Sonnenuntergang.
Festes Schuhwerk ist sinnvoll, der Weg ist steinig und stellenweise sehr steil. Für Hin- und Rückweg sollte man etwa 2 Stunden einplanen und den Weg am besten nicht mit dem Auto bis zum Parkplatz hochfahren. Es handelt sich um einen sehr schlechten Schotterweg mit tiefen Furchen.

👉 Das waren unsere 9 Geheimtipps auf und über Sardinien, die du so wahrscheinlich auf keinem anderen Sardinien-Reiseblog erzählt bekommst 😉. Für deine weitere Reiseplanung haben wir hier ein paar Artikel vorbereitet:
Weitere Tipps für deinen Urlaub auf Sardinien
Für deine Urlaubsplanung:
Die schönsten Orte & Städte auf Sardinien im Detail, mit unseren Geheimtipps:
- Alghero: Unsere absolute Lieblingsstadt auf Sardinien!
- Arbatax: Ein Juwel an der Ostküste von Sardinien.
- Arzachena: steinerne Pilze und malerische Gässchen.
- Bosa: Ein echter Geheimtipp mit sehr engen Gassen in der Altstadt.
- Cagliari: Alles, was du für deinen Besuch wissen musst.
- Castelsardo: So schön sind die Altstadt & Burg von Castelsardo.
- Golfo Aranci: Urlaubsstimmung & Delfine sehen.
- Oristano: Ein echter Insidertipp für alle, die Sardinien authentisch erleben möchten.
- Olbia: Entdecke die wunderschöne Altstadt mit unseren Tipps.
- Porto Rotondo: Wunderschöne Buchten an der Costa Smeralda.
- Solanas: Ist das vielleicht der schönste Ferienort auf ganz Sardinien?
- Stintino und der Strand von La Pelosa: Lohnt es sich wirklich?
- Sinis Halbinsel & Strandurlaub in Torre Grande
- Villanova Monteleone: Ein authentisches Bergdorf nahe Alghero, in dem es oft 7-8 °C kühler ist.