Mit dem Zug durch Thailand • Von Surat Thani bis Pran Buri (Hua Hin) und zurück nach Chumphon

„Schwitzend, mit dem Kopf gegen die abgegriffene, vergilbte Wand des Zugabteils gelehnt, rüttelte mich das Überfahren einer Weiche wach.
Neben mir hatten sich zwei Thais niedergelassen. Es ist eng auf der Sitzbank. Ich atme die warme Luft, die durch das geöffnete Fenster des Dritte-Klasse-Abteils des Zuges strömt.
Mir gegenüber sitzt Theresa und schaut aus dem Fenster, genauso eingepfercht wie ich. Ihre Haare flattern im Fahrtwind und sie deutet mir an, dass der nächste Ausstieg unserer ist. Vor etwa einer Stunde waren wir im Ort Pran Buri, 20 Minuten unterhalb von Hua Hin, in den Zug in Richtung Chumphon gestiegen.
Wir waren froh, ein freies Abteil gefunden zu haben, und ich schien direkt nach der Abfahrt eingeschlafen zu sein.“
Während unseres letzten, 100-tägigen Aufenthalts in Thailand sind wir die Zugstrecke, die zwischen Bangkok und Surat Thani verkehrt, rauf- und runtergefahren.

Wir fuhren von Surat Thani nach Pran Buri (nahe Hua Hin) und zurück über Ban Krut nach Chumphon. Dabei haben wir sowohl die klimatisierten Züge der zweiten Klasse getestet, als auch die Standardzüge (dritte Klasse), die an jedem Kuhkaff anhalten, keine Klimaanlage haben und die teilweise nicht mal einen Euro kosten.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie wir das Zugfahren in Thailand wahrnahmen, und entdecken gemeinsam verschlafene, unscheinbare Orte entlang der Küste und der Zugstrecke, die sich für uns wie echter Urlaub anfühlten. Weil sie so entspannt, authentisch und gelassen waren – ganz anders als die belebten, hektischen und bekannten Touristeninseln Koh Tao, Koh Samui oder mittlerweile auch Koh Lanta, von der All-Inklusive-Touristenhochburg Phuket ganz zu schweigen.

Wer sich auf diese Region einlässt, kann hier, entlang der Golfküste zwischen Bangkok und Surat Thani, in eine vollkommen andere Welt Thailands eintauchen. Und genau das ist uns, vollkommen unverhofft, passiert.
Diese Reisen mit dem Zug, die Orte, die wir entlang dieses Küstenstreifens entdeckten, haben unsere Sichtweise auf Thailand als Reiseziel verändert und vertieft und die uns bisher bekannten, belebten Urlaubsorte, in ein anderes Licht gerückt.
Das sind unsere Geschichten, persönlichen Erfahrungen, Tipps und Erlebnisse vom Zugfahren in Thailand, entlang der Strecke zwischen Bangkok/Hua Hin und Surat Thani, mit Zwischenstopps in Orten, die kaum ein Tourist auf dem Radar hat.

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Unsere Tipps auf einen Blick
Tag- oder Nachtzug? Für unsere Zugfahrten entschieden wir uns für die Tagzüge, nicht für die Nachtzüge, weil wir etwas von der Landschaft sehen und mitbekommen wollten 😉.
🚂 Züge der 3. Klasse
- Sind nicht klimatisiert
- Fahren meist mit offenen Fenstern, manchmal auch mit offenen Türen
- Haben meist ältere, abgenutzte Waggons
- Sind ein echt authentisches Erlebnis
- Würden wir für Fahrten von maximal 2 Stunden Fahrtdauer empfehlen zu nutzen
Tickets kauft man meist direkt am Bahnhof, wo man einsteigt. Wir brauchten unseren Reisepass, um Tickets kaufen zu können. Die Tickets sind sehr günstig. Wir zahlten für 2 Stunden Fahrt 26 Baht pro Person (etwa 0,70 €). Einige Zugtickets der 3. Klasse kann man auch online über 12Go.com* buchen.
🚆 Züge der 2. Klasse
- Sind klimatisiert: sehr kalt
- Haben Sitzplatzreservierungen: am besten in der Mitte des Waggons reservieren
- Tickets müssen ausgedruckt werden
- Auch die Fahrt mit diesen Zügen kann anstrengend sein, wenn man weite Strecken fährt.
- Tickets können vor Ort und online gebucht werden, auf der Webseite von State Railways of Thailand (gibt es auch als App), oder auf 12Go.com*
🎫 Beim Ticketkauf beachten:
- Onlinebuchung:
- Reisepassnummer & Thai-Telefonnummer nötig
- Weite Strecken sind unsere Erfahrung nach bis zu 2 Monate im Voraus buchbar
- Online gebuchte Tickets müssen ausgedruckt werden
- wir haben bemerkt, dass man Tickets für die Expresszüge nur bis maximal 2 Stunden vor Abfahrt online buchen kann, danach hilft nur noch der Kauf am Schalter am Bahnhof.
- Ticketkauf am Bahnhof: bis kurz vor Abfahrt möglich, sofern noch Plätze verfügbar, Reisepässe aller Passagiere nötig.
- Wichtig: Nicht jeder Zug hält an jedem Bahnhof. Besonders bei den Rapid- und Expresszügen muss man darauf achten, ob der Zug auch an dem Bahnhof hält, an dem man aussteigen will. Aktuelle Verbindungen kann man auch immer im Google Maps Routenplaner checken.
Tipp: Mobiles Internet ist daher für die Organisation der Fahrten hilfreich.
👉 Unsere Thailand-eSIM-Empfehlung
- Liegt außerhalb von Surat Thani Town, in Phunphin
- Ist leicht erreichbar
- Unterkunft am Bahnhof: Surat Thani Queen Hotel* (8,5 bei booking.com, ab 16 €)
- Restaurant-Empfehlung: Green House Thai Food, ggü. vom Bahnhof
🏖️ Schöne Orte auf der Strecke zwischen Bangkok und Surat Thani:
Alle Details, Impressionen und unsere persönlichen Erfahrungen,
in diesem Beitrag.
Teil 1: Mit dem 2.-Klasse-Zug von Surat Thani nach Pran Buri
(Zug in Richtung Bangkok)
Nach unserer Abreise von Koh Lanta erreichten wir Surat Thani nach etwa 4 Stunden Autofahrt. Wir hatten uns für die Fahrt nach Surat Thani einen privaten Transfer* gebucht, denn es war Februar, also Hauptreisezeit, und wir hatten keine Lust, 8 Stunden mit Umsteigen in den stark klimatisierten Minivans zu verbringen.
Unsere erste Zugfahrt in Thailand sollte am nächsten Morgen starten und wir hatten uns ein Zimmer in einem der Hotels nahe des Bahnhofs von Surat Thani gebucht.
👉 Mit dem großen Zimmer mit eigenem Bad im Surat Thani Queen Hotel* (8,5 bei booking.com, ab 16 €) waren wir für eine Nacht zufrieden.
Der Bahnhof von Surat Thani befindet sich etwas außerhalb der eigentlichen Stadt. Das sollte man beachten, wenn man wie wir eine Zwischenübernachtung einplant.
Am Abend erkundeten wir noch den Bahnhof, um zu wissen, wo wir am nächsten Morgen hinmüssten, und landeten auf dem Freitag-Abend-Nachtmarkt von Surat Thani, der sich rund um den Bahnhof erstreckt, sowohl auf der Vorderseite des Bahnhofs, als auch auf der Rückseite, nahe des Flusses.


Restaurant-Empfehlung: Green House Thai Food, direkt gegenüber vom Bahnhof.
Am nächsten Morgen: Unsere erste Zugfahrt in Thailand

Mit unseren Rucksäcken bepackt und den ausgedruckten Tickets in der Hand, machten wir uns auf zum Bahnhof von Surat Thani.
Die Tickets für den Zweite-Klasse-Zug hatten wir online über die Webseite der State Railway of Thailand gebucht. Die Webseite ist auch auf Englisch verfügbar.

Die Tickets mussten wir ausdrucken, da der Schaffner diese händisch im Zug abzeichnet.

Die Webseite fanden wir tatsächlich etwas umständlich und schwer verständlich, aber es hat funktioniert. Alternativ kann man Google Maps nutzen, um die nächsten Züge zu finden, und bestimmte Zugtickets kann man auch auf 12.Go.com* buchen.
Bei der Buchung der Züge der zweiten Klasse muss man auch jedes Mal seine Sitzplätze reservieren. Das kostet keinen Aufpreis. Leider hatten wir Plätze direkt vor einer Wand des Zugabteils ausgewählt (Platz 3 und 4).

Dort hatten wir vergleichsweise wenig Beinfreiheit, und die Gepäckablagen waren niedriger, da hier die Klimaanlagen sitzen. Man sollte also lieber einen Platz in der Mitte des Waggons buchen.

Die Zugfahrt führte entlang wunderschöner Landschaften, durch Orte, deren Namen wir vorher noch nie gehört hatten, und uns wurde klar: Diesen Teil des Landes, die Küstenlinie zwischen Surat Thani und Hua Hin, wollten wir uns noch genauer ansehen und planten deshalb, auf der Rückreise in einigen der Orte anzuhalten und dort ein paar Nächte zu verbringen.
Welche Orte wir entlang der Küste entdeckt haben, zeigen wir dir in Teil 2 dieses Reiseberichts.

Die Klimaanlage im Zweite-Klasse-Zug war kalt eingestellt und die Toiletten typisch thailändisch.
Es handelte sich mehr um ein Loch im Boden mit Edelstahlverkleidung, durch das man auf die Schienen blicken konnte.

Die Zugfahrt von Surat Thani nach Wang Phong mit dem Special Express Zug dauerte knapp 6 Stunden, und das, obwohl wir nicht an jedem Bahnhof entlang der Strecke anhielten.
Diese Zeit kann lang werden, und selbst mit Klimaanlage empfanden wir diese Zugfahrt als durchaus anstrengender als erwartet.

Gleichwohl können wir festhalten, dass die Zugfahrt in den Zweite-Klasse-Zügen im Wesentlichen entspannt ist und die Landschaften, die Dörfer und Orte, die wir auf dieser Fahrt sahen, etwas Inspirierendes hatten: dahingehend, dass wir uns entschieden, nach unserem Aufenthalt in der Region Pran Buri und Sam Roi Yot, diese näher anzusehen. Darunter auch den kleinen Ort Ban Krut, der sich als echter Insidertipp unter Auswanderern herausstellte.

Bei unserer Ankunft in Wang Phong kam dann doch noch etwas Hektik auf: Die Zugtür, an der wir und noch ein paar andere Mitreisende standen, wollte sich nicht öffnen/öffnen lassen! Der Zug piepte bereits und rollte los und wir standen immer noch im Zug. Zum Glück standen draußen unsere Bekannten, die uns vom Bahnhof abholten, und konnten dem Schaffner zurufen, dass der Zug stehenbleiben solle. Das tat er zum Glück auch und wir konnten den Zug doch noch verlassen.😄

Die Bahnhöfe entlang der Strecke von Bangkok bis Surat Thani werden nach und nach modernisiert und werden bald alle im wiedererkennbaren Rot/Beige in neuem Glanz erstrahlen. Man erkennt sie also relativ gut, wenn man in einem Ort entlang der Bahnstrecke unterwegs ist, die im Übrigen nur zwei Hauptgleise besitzt: eins Richtung Bangkok und eins in Richtung Surat Thani.
Nach zwei Wochen in der Region Pran Buri und Sam Roi Yot, etwa eine halbe Stunde unterhalb von Hua Hin, fuhren wir wieder in Richtung Süden. Wir wollten über Chumphon nach Koh Tao reisen. Dort legen die Fähren vom Lomprayah-Pier ab. Wir entschieden uns, wieder den Zug zu nehmen, und teilten die Strecke in zwei Abschnitte auf, um uns einen der Badeorte entlang der Zugstrecke anzusehen: Ban Krut.
Teil 2: Mit dem 3.-Klasse-Zug von Pran Buri nach Ban Krut
(in Richtung Surat Thani)
Wir verbrachten zwei Wochen in Pran Buri, im Ort Pak Nam Pran und besuchten den Sam Roi Yot Nationalpark. Diese Regionen liegen in der Provinz Prachuap Khiri Khan, zwischen Hua Hin und Chumphon, und zählen für uns mit zu den schönsten und vielfältigsten Orten entlang der Strecke.
Ganz besonders schön fanden wir den Sam Roi Yot Nationalpark, mit Sehenswürdigkeiten wie
- Praya Nakhon Cave,
- Bueng Bua Boardwalk
- das Mangroven-Center „Sirinart Rajini Ecosystem Learning Center“ in Pak Nam Pran.

Vom Bahnhof Pran Buri fuhren wir anschließend mit dem Standardzug (Dritte Klasse ohne Klimaanlage), wieder gen Süden, also zurück in Richtung Surat Thani. An den kleinen Bahnhöfen auf dem Land halten nicht alle Expresszüge. Es kommt also auch vor, dass man einen der Dritte-Klasse-Züge nehmen muss, wenn man sich kleinere Orte anschauen möchte.
Auch ist es nicht selten, dass man, um zu seinem Gleis zu gelangen, die Schienen überqueren muss. Wir schauten es uns bei den Locals ab und nutzten den örtlichen Lastenaufzug, um ins Gleisbett und auf die andere Seite zu gelangen. Einen anderen Weg gab es nicht.

Züge der dritten Klasse in Thailand
Die Züge der dritten Klasse haben grundsätzlich keine Klimaanlagen. Wenn man Glück hat, gibt es Ventilatoren an der Decke. Es gibt Toiletten, die denen in den Zügen der zweiten Klasse ähnlich sind, nur ein bisschen älter. Während der Fahrt sich meist alle Fenster geöffnet, aber es gibt Sonnenblenden, was sehr nützlich ist. Auch die Türen stehen während der Fahrt meist offen. Eine Zentralverriegelung scheint es bei diesen alten Waggons nicht zu geben.
🎫 Die Tickets kauft man meist direkt am Bahnhof, wo man einsteigt. Einige Tickets kann man, wenn man möchte, auch bereits online im Voraus buchen, etwa über 12Go.com*.

Während der Zugfahrt kamen auch immer wieder Verkäufer/innen mit Getränken und Snacks vorbei. Den Snacks, etwa gekochten Eiern und Fleischspießen, vertrauten wir nicht besonders und hatten keine Lust, den Rest der Fahrt auf der Zugtoilette zu verbringen, doch die Getränke (10 Baht für eine Flasche Wasser) hatten Local-Preise.

Länger als eine, maximal zwei Stunden, würden wir den Dritte-Klasse-Zug allerdings nicht empfehlen. Denn es wird nach und nach immer heißer im Zug, und wenn der Zug voll ist, kann es noch wärmer und stickiger werden.
Insgesamt ist der Dritte-Klasse-Zug aber eine sehr spannende Erfahrung, und wenn man, wie wir, nur ein paar Orte weiterfahren möchte, sollte man diese Wagen-Klasse auf jeden Fall mal ausprobieren.

Der Ort Ban Krut
Der Ort Ban Krut war unser Zwischenstopp auf dem Weg nach Chumphon. Wir hatten keine großen Erwartungen an den Ort selbst, sondern wollten uns einfach nur die Küste dieser Region ansehen, über die wir bislang reichlich wenig Informationen gefunden hatten. Bei unserer Ankunft am Bahnhof Ban Krut schien es, als wären wir nicht die einzigen gewesen, die diese Idee hatten, nur waren die Reisenden, die hier ausstiegen, allesamt mindestens 30 Jahre älter als wir 😄. Es stellte sich heraus, dass der Ort Ban Krut ein sehr beliebter Ort bei europäischen Auswanderern ist.

Für unsere 3 Nächte in Ban Krut buchten wir uns bei Boon’s Bungalows* ein. Boon, eine Thailänderin, betreibt die Bungalows gemeinsam mit ihrem deutschen Ehemann. Er holte uns vom Bahnhof ab, wir bekamen sogar noch eine kleine Stadtrundfahrt und verbrachten eine richtig gute Zeit in dem Bungalow auf Stelzen.
Bewertung: 9,7 bei Booking.com,
Preis: ab 40 € pro Nacht.
In Ban Krut empfehlen wir:

👣 Lange Spaziergänge am Strand
🛵 Roller mieten bei Nan (Standort ansehen)
🛕 Den wunderschönen Tempel Wat Sang Yai besuchen (besonders die Innenräume) (Standort ansehen)
🛣️ Die Küstenstraße nach Süden entlangfahren bis nach Bang Saphan
☕ Dort den Besuch des Cafés Maruai Cafe Bangsaphan, ein japanisches Café mit Teich, wo man Tiere beobachten kann.
🍡 Den Besuch der Ban Krut Walkingstreet/Nachtmarkt, an der Straße direkt am Strand (immer Sonntags)
🍕 Pizza essen bei Jim (Standort ansehen), am besten vor 18 Uhr dort sein, sonst lange Wartezeit.
🛏️ Als Unterkunft natürlich Boon’s Bungalows*.
Hotel-Tipps
Die schönsten Unterkünfte in Ban Krut zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis, die wir empfehlen können:
Empfehlung: Boon’s Bungalows*: 9,7 bei booking.com, ab 40 € pro Nacht.
Hervorragende Bungalows, Pool, nah zum Strand, deutschsprachiger Gastgeber mit großer Hilfsbereitschaft.
Resort: Baan Grood Arcadia Resort & Spa*: 8,8 bei booking.com, ab 45 € pro Nacht.
Großer Pool, Strandliegen, sehr gutes Frühstücksbuffet, fußläufig zu allem, was man braucht.
Privatpool am Strand: Sirarun Resort*, 9,3 bei booking.com, ab 95 € pro Nacht.
Mit privatem Pool direkt am Strand, kleine Villa, modern und sauber, hervorragende Lage!
Teil 3: Mit dem 2.-Klasse-Zug von Ban Krut nach Chumphon
(in Richtung Surat Thani)

Kommen wir nun zum letzten Teil unserer Reise mit dem Zug, entlang der Küstenlinie zwischen Bangkok und Surat Thani: Von Ban Krut fuhren wir noch etwa 90 Minuten weiter bis nach Chumphon. Von dort aus nahmen wir, nach einer Zwischenübernachtung am Pier, die Fähre von Lomprayah nach Koh Tao.
Hierzu buchten wir den Special-Express (Zweite Klasse) mit Klimaanlage, von Ban Krut nach Chumphon, und zwar dieses Mal nicht online, sondern am Bahnhof in Ban Krut am Schalter.
Denn es stellte sich heraus, dass wir den Expresszug nur bis maximal 2 Stunden vor seiner Abfahrt in Ban Krut online buchen konnten. Chris lieh sich auf die Schnelle einen Roller von Boon, unserer Vermieterin, aus, und fuhr zum örtlichen Bahnhof, um dort zwei der letzten verbliebenen Tickets für den Zug zu kaufen.
Wichtig: Man muss die Reisepässe aller Mitreisenden vorlegen. Ein Ticket von Ban Krut nach Chumphon kostete 283 Baht.

Chris konnte hier sogar mit Kreditkarte bezahlen! Das schien bis vor einer Weile noch nicht möglich gewesen zu sein.
Auslandsgebühren: Denke daran, eine Kredit- oder Debitkarte in Thailand zu nutzen, die keine Gebühren für den Karteneinsatz im Ausland und für’s Bargeldabheben erhebt.
Wir empfehlen die Hanseatic GenialCard.
Die aktuellste Zugverbindung hatten wir über den Google Maps Routenplaner rausgesucht, konnten sie aber online nicht mehr buchen. Daher unser Rat: Züge ab 2. Klasse aufwärts immer online ein bis zwei Tage (oder noch länger für weite Strecken) im Voraus buchen, entweder über die Webseite von State Railways of Thailand (auch als App) oder über Anbieter wie 12Go Asia.
Ankunft in Chumphon

Wir erreichten Chumphon nach etwa 90 Minuten Fahrzeit. Der Zug war gut ausgebucht und viele stiegen in Chumphon mit uns aus. Der Bahnhof in Chumphon ist wesentlich größer als etwa Pran Buri oder Ban Krut. Direkt gegenüber gibt es eine kleine Bar, man kann sie kaum verfehlen. Dort ließen wir uns erstmal nieder und bestellten etwas zu essen, ebenso noch je eine Portion zum Mitnehmen für den Abend.
Die Bar ist auch gleichzeitig ein Fitnessstudio, kocht aber richtig gutes Essen zu fairen Preisen, auch vegetarisch.

Mit dem Grab-Taxi ging es weiter zum Pier von Lomprayah. Dort haben wir eine Nacht im Magic House Hotel verbracht und am nächsten Morgen die Fähre nach Koh Tao genommen.
Die Unterkunft lag direkt am Strand, der an den Pier grenzt. So konnten wir am Morgen über den Strand direkt zum Schiff laufen.
🛏️ Magic House Hotel Chumphon*, 8,8 bei booking.com, ab 45 € pro Nacht.
🛥️ Tickets für die Lomprayah Fähre nach Koh Tao bei 12Go*, ab 11 €.
Unser Fazit zum Zugfahren zwischen Bangkok & Surat Thani

In Thailand mit dem Zug von A nach B zu reisen und dabei viele kleine Orte entlang der Bahnstrecke Bangkok–Surat Thani zu entdecken, war für uns ein echt spannendes Reiseerlebnis! Wir sind an Orten ausgestiegen, die wir sonst wahrscheinlich niemals einfach so besucht oder bewusst eingeplant hätten.
Kleine Orte wie Pran Buri, Pak Nam Pran, die Region Sam Roi Yot oder Ban Krut, in der Provinz Prachuap Khiri Khan haben uns gezeigt, wie unterschiedlich, echt und unglaublich entschleunigend Thailand, hier an der Golfküste, sein kann, wo doch nur ein paar Kilometer weiter große Touristenhochburgen wie Hua Hin oder die Inseln Koh Samui und Koh Tao liegen.
Während dieser Fahrten haben wir wunderschöne Landschaften gesehen, die uns Lust auf mehr machten, unberührte Strände, kleine Dörfer und einsame Küstenstraßen. Und diese Reise mit dem Zug war nur der Anfang!
Für uns steht fest: Wer langsam reisen und dabei mehr erleben möchte, ist mit dem Zug in Thailand sehr gut beraten! Man sollte aber ein bis zwei Stopps auf der Strecke ganz bewusst einplanen. Hier ist nicht das Ankommen das Ziel, sondern die Reise selbst.
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