Der Calton Hill in Edinburgh
In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf den Calton Hill in Edinburgh. Wir zeigen dir die Aussichten, die man in jeder Himmelsrichtung hat, welche Gebäude und Bauwerke sich auf dem Hügel befinden, was Calton Hill für uns zu einem besonderen Ort macht, sowie unsere persönlichen Insidertipps für deinen Besuch.
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Auf einen Blick
Alle Details, die besten Aussichtspunkte & was es alles mit Calton Hill auf sich hat, findest du
in diesem Beitrag.
Calton Hill: Ein besonderer Ort in Edinburgh
Wer Edinburgh, seine Stadtteile, den Aufbau der Stadt sowie die Stadtentstehung verstehen will, muss auf den Calton Hill. An keinem anderen Ort bekommt man, wenn man aufmerksam hinsieht, ein besseres Verständnis und Orientierung über den Aufbau der Stadt.
Für uns persönlich ist es nicht nur ein Hügel, es ist ein Ritual: Jedes Mal, wenn wir in Edinburgh sind, ist unser erstes Ziel der Calton Hill. Als würden wir uns versichern wollen, dass die Gebäude der Stadt noch alle dort stehen, wo sie sein sollen. Zuletzt haben wir sogar die Bilder für unsere Weihnachts-Postkarten hier oben gemacht 😄.
In diesem Beitrag werden wir dir zeigen, was Calton Hill so besonders macht und was du dort oben und von dort oben alles sehen kannst.
Zu jeder Seite und in jeder Himmelsrichtung besitzt Calton Hill Aussichtspunkte, die fantastische Blicke über die Stadt Edinburgh eröffnen:
Die Aussichten vom Calton Hill
Zunächst möchten wir dir einen Überblick geben, wie du dich am besten auf dem Calton Hill orientieren kannst und was du in welcher Himmelsrichtung sehen kannst:
(Dir ist sicher aufgefallen, dass die Fotos zu unterschiedlichen Jahreszeiten aufgenommen wurden. Das liegt daran, dass wir zum einen mittlerweile zu jeder Jahreszeit in Edinburgh waren, zum anderen möchten wir dir gerne zeigen, wie unterschiedlich die Stadt und die Ausblicke vom Calton Hill in den unterschiedlichen Jahreszeiten wirken😊.)
Nachfolgend zeigen wir dir, was genau man an den unterschiedlichen Viewpoints rund um den Calton Hill sehen kann:
1. Ausblick vom Nordhang
Wir begeben uns an den Nordhang des Hügels, zum North Viewpoint auf dem Calton Hill:
- Wenn wir hier am nördlichen Viewpoint stehen, sehen wir nach Nordwesten (links) blickend, bei guter Sicht, Teile der Forth Bridges hinter dem Stadtteil South Queensferry aufragen, die den Meeresarm Firth of Forth ins Kingdom of Fife überspannen.
- Nach Norden (geradeaus) blickend, sehen wir bereits die Ränder des Stadtteils Leith, sowie die Hafenbereiche. Mit etwas Glück kann man hier auch Kreuzfahrtschiffe beobachten.
- Nach Nordosten (rechts) sehen wir im Meer (Firth of Forth) einige Inseln, etwa die Inseln Inchcolm, Inchkeith, Cramond Island sowie Inchmickery.
2. Ausblicke vom Südhang
Um alle Perspektiven am Südhang des Calton Hill zu sehen, gibt es drei gute Standpunkte:
- Südwest-Aussicht: Der berühmteste ist der südwestliche Viewpoint am Observatorium mit Blick in Richtung Altstadt, am Dugald Stewart Monument vorbeischauend. Hier sammeln sich auch die meisten Besucher, weil es DAS Fotomotiv ist, das jeder haben möchte. Hier ansehen.
- Südost-Ausblick: Vorbei am National Monument kommt man zum „Monument to the Scottish Parliament„, einem etwas unscheinbaren Gebilde aus Stein und Metall. Von dort hat man den besten Blick auf den Arthur’s Seat und auf Holyrood Palace. Hier ansehen.
- Süden: Geht man vorbei an der portugiesischen Kanone und hinter das Nelson Monument (der große Turm), schaut man direkt nach Süden in Richtung der Pentland Hills. Hier ansehen.
Wir gehen die einzelnen Aussichtspunkte nun gemeinsam der Reihe nach durch und beginnen, am beliebtesten Aussichtspunkt:
2.1. Blick auf die Altstadt (nach Südwesten):
Wir gehen hinauf auf den Calton Hill und hinauf zum Observatorium. Für den besten Ausblick auf die Altstadt stellt man sich am besten direkt an die Südwestspitze des Observatory House:
Hier, nach Südwesten blickend, sehen wir das Dugald Stewart Monument in voller Größe. Im Hintergrund hat man die beste Aussicht auf die Altstadt, auf Edinburgh Castle, wenn man etwas weiter nach rechts oder nach links geht.
Das Dugald Stewart Monument ist eines der bekanntesten Bauwerke auf dem Calton Hill. Es wurde zu Ehren des schottischen Philosophen Dugald Stewart errichtet, der an der University of Edinburgh Moralphilosophie unterrichtete und als einer der bedeutendsten Denker seiner Zeit galt. Das Monument gehört zu den ikonischsten Fotomotiven von Edinburgh und prägt den Blick vom Calton Hill auf die Altstadt.
Besonders schön an dieser Aussicht ist, dass man sowohl die spitzen Zinnen der alten Tolbooth Kirk am oberen Ende der Royal Mile als auch das Scott Monument in einem Bild einfangen kann. Auch das Gebäude der Bank of Scotland ist von hier sehr schön zu sehen. Es beherbergt auch ein Museum, das „Museum on the Mound“. Der „Mound“ ist der Hügel, auf dem es errichtet wurde.
Ganz prägnant für diese Aussicht ist auch das Balmoral Hotel* (9,2 bei booking.com), dessen Uhrenturm sofort ins Auge fällt. Am Abend ist das Ziffernblatt außerdem beleuchtet.
2.2. Ausblick vom Nelson Monument
Vom Dugald Stewart Monument drehen wir uns einmal um 180° und spazieren auf den schmalen Fußgängerpfaden in Richtung Nelson Monument. Am besten bleibt man auf den Wegen, da das Gras hier oben auf dem Hügel bereits sehr unter den vielen Besuchern gelitten hat und stellenweise schon nicht mehr vorhanden ist.
Wir kommen an der portugiesischen Kanone vorbei:
Portuguese Cannon: Die Kanone auf dem Calton Hill hat eine weite Reise hinter sich: Sie wurde wohl im späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert für den portugiesischen Kolonialraum in Asien gegossen, gelangte später nach Burma (Myanmar) und kam 1887 nach Edinburgh. Seitdem steht sie auf dem Calton Hill.
Wir gehen am Nelson Tower links vorbei für den zweiten Aussichtspunkt, den wir besonders schön finden, nämlich den über das nahezu gigantische, schottische Regierungsgebäude hinweg:
Von hier aus hat man einen unverstellten Blick auf die Altstadt und kann das Scottish Government Building bestaunen. Hier sitzt die Verwaltung, also die Exekutive, von Schottland. (Das Parlament, die schottische Legislative, sitzt weiter unten in Holyrood, dazu kommen wir gleich noch.)
Von hier oben sieht man auch, dass die Schotten es sich nicht nehmen lassen wollen, die Europaflagge zu hissen. Ganz demonstrativ, in manierlicher, schottischer „Aufständigkeit“ gegen die britische Regierung, die einst maßgeblich für den Brexit verantwortlich war.
Außerdem kann man von diesem Punkt sehr schön in die Princes Street hineinsehen und hat quasi 90 % der Hauptattraktionen der Altstadt in einem Blick.
2.3. Nach Südosten blickend
Als Nächstes stellen wir uns an den südöstlichen Rand des Calton Hill, dort, wo sich das „Monument to the Scottish Parliament“ befindet.:
Von hier aus entdeckt man auch zwei wesentliche Bauwerke, die noch zu Calton Hill gehören: Das Burns Monument sowie die Old Royal High School. Dahinter ragt der Arthur’s Seat auf, der höchste Berg von Edinburgh, sowie die Salisbury Crags, eine schroffe Felswand. Beide sind, wie auch der Calton Hill, vulkanischen Ursprungs.
Canongate Kirkyard und Dunbars Close sind zwei Örtlichkeiten, die man sich am besten im Anschluss aus der Nähe ansieht, indem man die Jacobs Ladder hinabsteigt. Das Ende der Royal Mile bilden der Palace of Holyrood (Sitz des englischen Königs in Schottland) sowie, direkt gegenüber, das Schottische Parlamentsgebäude.
Tipp: Gehe wirklich bis zum Rand des Südosthangs, am Monument to the Scottish Parliament vorbei, für die beste Aussicht auf Holyrood Palace.
Hintergrundinfo: Das Monument to the Scottish Parliament
Es handelt sich um einen „Cairn“ (ein Gebilde aus aufeinander gestapelten Steinen) mit einer Metallskulptur darauf. Er erinnert an die Wiedereinsetzung des schottischen Parlaments, nachdem dieses im Jahr 1707 im Zuge der Union mit England aufgelöst worden war. Nach dem erfolgreichen Referendum von 1997 wurde das Parlament durch den Scotland Act 1998 neu geschaffen und trat 1999 erstmals wieder zusammen. Anders als die großen Monumente des Hügels wirkt es zurückhaltend, ist aber politisch eines der symbolträchtigsten Bauwerke dort.
Unser Geheimtipp
Während der Holyrood Week, auch Royal Week genannt, kann man vom Calton Hill den königlichen Hubschrauber beim Starten und Landen beobachten.
Es ist die Woche, in der die britische Königsfamilie in Holyrood residiert und von hier aus Events in ganz Schottland besucht.
2026 findet die Holyrood Week vom 01. Juni bis zum 04. Juni statt. Wenn man also den vorab veröffentlichten Terminkalender von König Charles sichtet, kann man ungefähr erahnen, wann der Hubschrauber landet und startet, und ihn genau von hier, neben dem Monument to the Scottish Parliament, beobachten.
Genau das haben wir 2025 gemacht:
2.4. Direkt nach Süden blickend: Die Pentland Hills
Steht man auf dem Calton Hill rechtsseitig vom Nelson Monument, blickt man nahezu genau nach Süden und hat, bei guter Sicht, Ausblick bis auf die Pentland Hills, das nächstgelegene Skigebiet nahe Edinburgh 😊:
Auf dem obigen Bild kann man sehr schön erkennen, dass man die besten Ausblicke vom Calton Hill im Winter hat, wenn das Laub der Bäume die Sicht auf die umliegenden Gebäude freigegeben hat. Das ist für uns einer der schönsten Aspekte, warum wir Calton Hill jedes Mal besuchen, wenn wir in Edinburgh sind: Die Aussichten sehen zu jeder Jahreszeit etwas anders aus.
Calton Hill bei Sonnenuntergang
Besonders zum Sonnenuntergang wird es am Calton Hill durchaus voller. Denn die Sonne geht genau über der Altstadt unter und taucht dabei die Gebäude und Bauwerke auf dem Hügel in goldenes Licht. Für Fotos in Richtung Altstadt ist das natürlich nicht ideal, weshalb man dafür eher am Morgen auf Calton Hill steigen sollte.
Selbst im Winter, wenn die Temperaturen eisig und die Tage kurz sind, kommen die Menschen gerne nach hier oben, um die letzten Sonnenstrahlen des Tages aufzufangen. Denn ehrlich gesagt ist das Wetter in Schottland im Winter meist gar nicht so schlecht. Wie immer gibt es natürlich auch Regentage, doch wenn die Sonne scheint, die Luft kühl und klar ist, dann ist Calton Hill selbst im Winter ein wunderbarer Ort, den eine besondere Magie umgibt.
Gebäude und Bauwerke auf dem Calton Hill
Wir haben uns auf unserem obigen Rundgang entlang der Aussichtspunkte bereits einige der Bauwerke auf dem Hügel angesehen, etwa die portugiesische Kanone, das Dugald Stewart Monument sowie das Monument to the Scottish Parliament. Werfen wir nun noch einen Blick auf die anderen Bauwerke, die weitaus mehr ins Auge stechen:
1. Das National Monument
Das National Monument auf dem Calton Hill sollte eigentlich mal Schottlands großes Nationaldenkmal für die schottischen Soldaten und Seeleute der Napoleonischen Kriege werden. Ganz im schottischen Selbstverständnis sollte es heroisch und bedeutungsvoll aussehen. Man entschied sich daher, auf antike Vorbilder zurückzugreifen, und wählte einen Bau im Stil des berühmten Parthenon in Athen.
Mit dem Bau wurde in den 1820er Jahren begonnen. Das Problem: Mitten im Bau ging das Geld aus, sodass die Arbeiten bereits 1829 wieder eingestellt wurden. Deshalb stehen dort heute im Wesentlichen nur die markanten Säulen des einst geplanten „Tempels“.
Gerade weil es unvollendet blieb, bekam das Bauwerk später spöttische Beinamen wie „Edinburgh’s Disgrace“ oder „Scotland’s Folly“, zu Deutsch also „Der Schandfleck von Edinburgh“. Doch letztlich hat es doch genau die Wirkung erzielt, die man haben wollte: Jeder, der Edinburgh kennt, kennt auch das National Monument.
2. Das Nelson Monument
Das Nelson Monument auf dem Calton Hill ist ein Denkmal zu Ehren von Admiral Horatio Nelson. Es wurde nach seinem Sieg – und zugleich seinem Tod – in der Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805 errichtet.
Besonders auffällig: Es wurde im Stil eines umgedrehten Fernrohrs gestaltet, eine Anspielung auf Nelson und die Seefahrt. Entworfen wurde es vom Architekten Robert Burn (nicht zu verwechseln mit dem Dichter Robert Burns. Dessen Denkmal schauen wir uns gleich noch an.)
Besonders spannend ist der Time Ball auf dem Turm: Diese große Kugel wurde nachträglich ergänzt und diente als Zeitsignal für Schiffe im Firth of Forth und im Hafen von Leith. Der Time Ball wird bis heute (nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten im Jahr 2025) um 13 Uhr abgesenkt, abgestimmt auf den berühmten Schuss der One O’Clock Gun vom Edinburgh Castle.
Gegen eine Gebühr kann man auf den Turm hinaufgehen.
3. City Observatory: historische Sternwarte des Calton Hill
Das City Observatory auf dem Calton Hill war einst die Sternwarte von Edinburgh. Der Hügel gilt sogar als Geburtsort von Astronomie und Zeitmessung in der Stadt. Der Ort steht daher auch sehr für das wissenschaftliche Selbstverständnis Edinburghs in der Zeit der Aufklärung.
Architektonisch fällt das Bauwerk sofort auf, weil es wie ein Tempel wirkt. Genau diese Gestaltung passt auch zu Edinburghs Ruf als Athens of the North, also Athen des Nordens, und reiht sich damit stilistisch recht gut neben das National Monument ein. Zum Ensemble gehören neben dem eigentlichen City Observatory auch weitere Gebäude wie das Transit House und das Observatory House, sowie der Observatory Dome, das rechts danebenstehende Kuppelgebäude:
Nach einer umfassenden Restaurierung wurde der Standort 2018 als öffentlich zugänglicher Ort mit zeitgenössischer Kunst neu eröffnet. Es finden wechselnde Ausstellungen statt.
4. Das Observatory House
Zum Ensemble der einstigen Observationshäuser gehört auch das markante Observatory House:
Das Observatory House ist der älteste erhaltene Teil des Observatoriums-Areals auf dem Calton Hill. Seine Geschichte reicht bis 1776 zurück, als hier der erste Versuch begann, Edinburgh eine Sternwarte zu geben. Einst war ein noch viel größeres Observatorium geplant, doch auch hier reichte das Geld nicht aus. Am Ende blieb erst mal nur der markante Rundturm zur Altstadt blickend bestehen, später kam der Rest des heutigen Observatory House noch hinzu, so wie man es auch heute noch sieht.
5. Das Café Calton
Geht man am Observatory House rechts vorbei, kommt man zum neuesten der Gebäude auf dem Calton Hill, dem Café Calton. Es gehört zu den Cafés und Restaurants mit einer der besten Aussichten der Stadt, die es sich aber auch gut bezahlen lässt. Hier kostet der Kaffee etwa 20 % mehr als in der Innenstadt.
Bei Sonnenschein und generell im Sommer ist hier natürlich mehr los, als auf unserem Bild, aufgenommen im Dezember 😉.
6. Das Burns Monument
Ein weiteres Bauwerk, welches man eigentlich nur dann sieht, wenn man weiß, dass es sich dort befindet, ist das Burns Monument. Denn es befindet sich etwas weiter unten am Südhang des Calton Hills, neben der Old Royal High School, wenn man Richtung Holyrood Palace blickt:
Es ist das Denkmal zu Ehren des schottischen Nationaldichters Robert Burns, dem man auch den Satz zuschreibt: „Freiheit und Whisky gehören zusammen.“ Dies sagt im Wesentlichen alles aus, was man über den Charakter Robert Burns’ wissen muss: Als ein Sturkopf wurde er von Bekannten seiner Zeit beschrieben. Und ein Nationalist war er ohne Zweifel. Wer mehr über ihn erfahren möchte, wird im Writers’ Museum auf der Royal Mile fündig.
Rundwege auf dem Calton Hill
Wer Calton Hill einmal umrunden möchte, kann den Hume Walk und den Regents Walk nutzen. Diese kleinen Spaziergänge dauern jeweils etwa 20 Minuten, länger natürlich, wenn man währenddessen viele Fotos macht. Die meisten Besucher gehen nur auf den Calton Hill, nutzen aber nicht diese schönen Spazierwege. Wenn man die Aussicht also mit weniger Menschen genießen möchte, sind der Regent Walk und der Hume Walk perfekt.
Geheimtipp: Die Jacobs Ladder
In Edinburgh macht man sich das Leben und den Besuch erheblich leichter, wenn man lernt, Abkürzungen zu finden, und indem man die Stadtarchitektur versteht. Denn die Stadt und ihre Straßen bewegen sich auf verschiedenen Ebenen, und zu Fuß überwindet man selbst in der Innenstadt an einem Tag schnell mehrere hundert Höhenmeter. Die Ebenen sind durch Gänge, Treppen und teils sogar durch die Häuser selbst, miteinander verbunden.
Closes führen etwa von der Royal Mile in die darunterliegenden Straßen, die geheimen Scotsman Steps führen direkt vom Scotsman Hotel an der South Bridge zum Eingang des Bahnhofs Waverly, und von der Victoria Street ist man in nur einer Minute auf der Royal Mile, indem man die Passage über die Victoria Terrace nutzt.
Eine weitere dieser versteckten Abkürzungen ist die Treppe „Jacob’s Ladder“, eine Verbindung zwischen der unteren Altstadt rund um Holyrood Palace und der Regents Terrace:
Der Weg über die Jacobs Ladder ist durchaus steil und führt über viele Stufen, erspart einem aber einen weiten Umweg. Denn die Alternative wäre, einmal komplett die Calton Road hinaufzulaufen, links um die Kurve nach Waterloo Place und dann hinauf zum Calton Hill, was etwa 1,2 Kilometer zusätzlich sind. Oben angekommen ist der Ausgang genauso unscheinbar, wie der Eingang unter der Bahnhofsbrücke. Man muss den Weg schon kennen, um zu wissen, dass er da ist.
Verlässt man Calton Hill über den normalen Fußweg hinunter Richtung Innenstadt über Waterloo Place, kommt man auf der linken Straßenseite an einem ebenso unscheinbaren Eingangstor zu einem Friedhof vorbei:
Der Old Calton Cemetery
Der Old Calton Cemetery ist weitaus weniger bekannt als die Friedhöfe von Canongate oder Greyfriars, bietet geschichtlich aber mindestens genauso hochkarätige „Gäste“, etwa den schottischen Gelehrten David Hume. Genauer gesagt handelt es sich heute sogar nur um einen Teil des Old Calton Burial Ground. Denn dieser wurde, durch den Bau der Straße Waterloo Place in zwei geteilt, wobei sogar einige Gräber verlegt werden mussten.
Bekannt ist der Friedhof vor allem wegen mehrerer markanter Denkmäler. Dazu gehören das auffällige Grabmal von David Hume, das Political Martyrs’ Monument (der große Basilisk) sowie das Scottish-American Soldiers Monument, ein Denkmal für im Amerikanischen Bürgerkrieg gefallene Schotten, welches als das einzige American-Civil-War-Monument außerhalb der USA gilt.
Edinburghs Friedhöfe sind nicht bloß letzte Ruhestätten, wie wir sie in Mitteleuropa nutzen: Sie sind historisch bedeutsame Orte, die ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben. Nicht zuletzt entstehen sogar neue Geschichten auf diesen Friedhöfen: etwa, wenn zum Beispiel eine gewisse Autorin sich Namen von den Grabsteinen pickt, um sie in ihren Romanen zu nutzen, die dann Welterfolge werden, wie im Fall der Harry-Potter-Geschichten, die Grabsteine auf dem Greyfriars Kirkyard.
Weiterführende Informationen über Edinburgh
Damit sind wir am Ende unseres großen Berichts zu Calton Hill in Edinburgh. Weitere Informationen für deinen Besuch in der Stadt, findest du in unserer Edinburgh-Artikelsammlung sowie in unseren weiterführenden Einzelbeiträgen:
Über 80 weitere Beiträge über Schottland, findest du in unserer Schottland-Artikelsammlung und auf unserem großen Schottland-Reiseblog.
Unsere Hotelempfehlungen für Edinburgh:
Unterkunft-Tipps: Edinburgh
Die besten Unterkünfte in Edinburgh nach Preis-Leistungs-Verhältnis
Motel One Royal Mile*: 8,6 bei booking.com, ab 101 € pro Nacht. Klassisch schottischer Stil gepaart mit hohem Standard und praktischer Einrichtung.
Leonardo Royal Edinburgh*: 8,5 bei booking.com, ab 113 € pro Nacht. Gemütliche Zimmer in modernem Stil sowie Top Service.
Holiday Inn Express City Center*: 8,1 bei booking.com, ab 89 € pro Nacht Sehr gute Lage für 2-3 Tage in Edinburgh & mit hohem Komfort.
Berühmte Hotels in Edinburgh
Balmoral Hotel Edinburgh*: 9,2 bei booking.com. Der absolute Edinburgh Klassiker in einem großen, historischen Gebäude – allein der Name sagt bereits alles!
The Witchery by the Castle*: 9,5 bei booking.com. Eines der beliebtesten Hotels mit dem gewissen Extra, in einer Top Lage direkt am Schloss.
The Royal Scotsman Hotel*: 8,8 bei booking.com. Das Traditions-Hotel in Edinburgh mit einer der größten Whisky-Bars der Stadt & authentischer Atmosphäre.