Die Victoria Street in Edinburgh: Fußwege, Insidertipps & „Harry Potter“
Die bunte Victoria Street zählt zu den meistbesuchten Straßen und Sehenswürdigkeiten von Edinburgh. Viele besuchen sie vor allem wegen ihrer vermeintlichen Verbindung mit den Harry-Potter-Geschichten, doch die Straße hat noch viel mehr zu bieten: kleine Geheimgänge, eine zweite Ebene, die kaum jemand beachtet, sowie eine sehr interessante Geschichte.
All das und wie du die Victoria Street am besten erleben und erkunden kannst, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

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Victoria Street auf einen Blick

Alle Infos, Details, Geschichte, unsere Insidertipps, Laufwege & unsere persönlichen Empfehlungen:
In diesem Beitrag.
Infos & Geschichte der Victoria Street
Die Victoria Street gehört nicht nur zu den fotogensten Straßen Edinburghs, sie ist auch historisch spannender, als sie auf den ersten Blick wirkt: Denn obwohl ihre bunten Fassaden, die Kopfsteinpflasterkurve und die schmalen, hohen Häuser nach „Mittelalter“ aussehen, ist die heutige Victoria Street noch vergleichsweise jung: Zwischen 1829 und 1834 wurde sie angelegt, um den steilen, engen West Bow zu ersetzen und eine bessere Verbindung vom Grassmarket zur George IV Bridge zu schaffen. Was heute nach gewachsener Altstadtromantik aussieht, war eigentlich ein architektonischer Eingriff des 19. Jahrhunderts.

Sie ist also eher ein „Verbindungsstück“ zwischen Grassmarket/Greyfriars Kirkyard, und dem wuseligen Betrieb auf der Royal Mile. Genau das wird uns nachfolgend noch mal begegnen, sowohl städtebaulich als auch metaphorisch.
Besonders schön ist der Aufbau auf mehreren Ebenen, für den man sich ruhig einige Momente Zeit nehmen sollte, um ihn zu verstehen. Denn hier in der Victoria Street verdeutlicht sich sehr gut, wie Edinburgh gebaut ist: Unten reihen sich kleine Geschäfte, Boutiquen, Cafés und Restaurants aneinander, während man von der höher gelegenen Victoria Terrace den besten Blick auf das bunte Treiben in der Straße selbst hat. Und mitten drin, zwischen diesen Ebenen, gibt es Verbindungen, die wir dir ebenfalls zeigen werden.

Und natürlich steht auch immer wieder die Frage im Raum: War die wirklich die Inspiration für die „Winkelgasse aus Harry Potter“?

Doch dazu kommen wir später noch. Zuerst zeigen wir dir, wie man am besten in die Victoria Street kommt und welche geheimen Wege es hier gibt:
So läuft man zur Victoria Street
Edinburgh ist eine verwinkelte Stadt mit vielen Ebenen, in der man sehr viel läuft. Jemand, der schon sein ganzes Leben in Edinburgh wohnt, sagte einst zu uns, man sollte sich die „Shortcuts“ (Abkürzungen) zwischen den Ebenen sehr gut einprägen, denn sie ersparen einem etwa die Hälfte aller Wege. Und genau so ist es auch mit der Victoria Street: Man kann die „weiten Wege“ gehen, oder man nimmt die kleinen Abkürzungen:
Vom Edinburgh Castle/ Royal Mile auf die Victoria Street

Man könnte vom Edinburgh Castle die gesamten Treppen am Castle Wynd über die Johnston Terrace und die Patrick Geddes Steps nehmen und vom Grassmarket in die Victoria Street laufen.
Der Weg ist zwar schön und man hat einen tollen Blick auf die Heriot School, doch wenn man schnell vom Castle zur Victoria Street möchte, ist das der denkbar ungünstigste Weg.
Besser sind diese 3 Optionen:
Option 1: Gehe vom Castle kommend bis zur großen Kurve an der Tolbooth Kirk und halte dich rechts, gehe durch die schmale Gasse „Upper Bow“ am Cashmere-Geschäft vorbei und du stehst vor einem Treppenabgang, den sog. Upper Bow Steps. Diese führen dich direkt auf die Victoria Street.

Man kommt dann hier raus:

Option 2 (unser Geheimweg für die beste Aussicht): Wenn du frontal vor der großen Tolbooth Kirk stehst, halte dich an der Kreuzung halblinks (Johnston Terrace), gehe am Upper Bow vorbei und biege in die schmale Gasse Victoria Terrace (links) ab. Von hier oben hast du die beste „Draufsicht“ auf die Victoria Street und kannst das bunte Treiben beobachten. Hier befinden sich auch einige Bars – perfekt für ein Pint in der Sonne.

Die Treppen hinunter in die Victoria Street (Upper Bow Steps) befinden sich ebenfalls hier auf dieser Ebene (einfach weiter nach links über die Terrassen gehen).
Option 3: Ist man gar nicht bis hoch zum Castle gelaufen, sondern kommt gerade vom unteren Ende der Royal Mile, kann man auch einfach am Lawnmarket auf die George IV Bridge links abbiegen, geht die erste wieder rechts und steht direkt auf der Victoria Street.

So spart man sich den Weg bis hoch zur Tolbooth Kirk. Das beste Foto bekommt man aber, wenn man bis ans untere Ende läuft und in die Kurve hinein fotografiert.
Vom Greyfriars Kirkyard/ Grassmarket zur Victoria Street
Kommt man vom berühmt-berüchtigten Greyfriars Kirkyard und nimmt den Ausgang in Richtung Cowgate, steht man an der Kreuzung Cowgate/Kickass Greyfriars (ein Hostel) und dem unteren Eingang des Virgin Hotels.

Halte dich links und du gelangst auf den Grassmarket, dir schlägt der Geruch des Fischrestaurants an der Ecke zu deiner Rechten entgegen und du stehst direkt vor dem Bow Well, dem unteren Ende der Victoria Street:

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Besucher die Straße trotzdem übersehen, weil die markanten Häuserfassaden sich in der Kurve befinden, und der untere Teil nicht Victoria Street heißt, sondern mit West Bow beschildert ist.
Wir haben den Eingang hier nochmal für dich bei Google Maps markiert anhand des dortigen Brunnens, dem Bow Well.
Spannend: Die Victoria Street ersetzte ja den einstigen West Bow und endet unten am Grassmarket, einem der geschichtsträchtigsten Plätze Edinburghs. Der Platz war nicht nur Markt und Treffpunkt, sondern auch ein Ort öffentlicher Hinrichtungen.
Die Victoria Street könnte man daher auch perfekt als Übergang zwischen dem lebendigen, bunten Treiben auf der Royal Mile hinunter in Richtung Grass Market verstehen, wo einst Hinrichtungen stattfanden, und weiter geht’s auf den Friedhof von Greyfriars. Praktisch, oder nicht?
Dieses Bild verdeutlicht es recht gut: Wir blicken aus der Victoria Street auf den Grassmarket, die Bäume links gehören bereits zum Greyfriars Kirkyard (der auch für Potter-Fans spannend ist), dahinter ragt die Heriot School auf, die von vielen für das literarische Vorbild von Hogwarts gehalten wird.

Die Victoria Terrace

Die Victoria Terrace haben wir bereits oben einmal kurz erwähnt. Sie bildet die Ebene zwischen Royal Mile und Victoria Street und ist nur über den Upper Bow und den schmalen Eingang auf der Johnston Terrace erreichbar.
Okay, natürlich auch über den Eingang von Maxies Bistro: Man geht oben hinein, in der Bar die Treppen hinunter, und steht auf der Victoria Terrace. Ja, Edinburgh kann verwirrend sein.

Wie dem auch sei: Die Victoria Terrace mit Blick in die Victoria Street und auf den Grassmarket, sowie in Richtung Greyfriars Kirkyard und Heriot School, ist einer unserer absoluten Insidertipps für ein Bierchen am Nachmittag in der Sonne, wenn sie denn mal scheint.
Besonders bekannt ist die Bar „Maxies Bistro“. (Hier gibt’s das beste Ale.)
Shops & bekannte Geschäfte

Die Victoria Street zählt zu den Straßen, in denen die Geschäfte häufiger wechseln, doch insgesamt findet man hier eine Mischung aus Boutiquen, Souvenirshops, Feinkostläden und Cafés, sowie einigen wechselnden anderen Geschäften.
Besonders bekannt, besonders unter Harry-Potter-Fans, ist das Museum Context, eine Mischung aus Fanshop und Fotospot. Hier bilden sich regelmäßig Warteschlangen, da der Laden sehr eng und klein ist und nur eine bestimmte Anzahl an Menschen gleichzeitig darin Platz hat.
Wenn du das Museum Context besuchen möchtest, empfehlen wir, kurz vor Ladenschluss dort zu sein (ab 17.45 Uhr).

Seit 2025 befindet sich auch das Elephant House in der Victoria Street: Es ist das Café, in welchem J.K. Rowling an ihrem ersten Harry-Potter-Buch schrieb. Damals befand es sich aber nicht hier in der Victoria Street sondern auf der George IV Bridge. Es ist nach einem Brand im Untergeschoss hierher umgezogen.
Tipp: Hier Weiterlesen für noch mehr
• „Harry Potter Cafés in Edinburgh„
• Sehenswürdigkeiten für „Potterheads in Edinburgh“
So schön die Geschäfte hier in der Victoria Street auch sind: Sie sind insgesamt alle ziemlich teuer, denn die Mieten sind hier exorbitant. Daher wechseln die Geschäfte auch häufig, wenn sie nicht genug Einnahmen erzielen können.
Die Idee hinter der Winkelgasse aus Harry Potter (?)

Die Victoria Street wird oft als Inspiration für die Diagon Alley aus Harry Potter bezeichnet. J.K. Rowling hingegen bestritt mehrfach, dass sie die Straße als direktes Vorbild der Winkelgasse sah.
Man könnte also, wenn man ganz korrekt bleiben möchte, sagen: Sie erinnert viele Besucher an die Winkelgasse und wird touristisch mittlerweile auch stark mit Harry Potter verbunden.
Etwa durch das Museum Context und das erst kürzlich umgezogene Elephant House Café, welches sich selbst als Geburtsstätte von Harry Potter bezeichnet, da J. K. Rowling im damaligen Elephant Café (damals noch auf der George IV Bridge befindlich) an ihrem ersten Buch schrieb.
Viele weitere „Harry-Potter-Insidertipps“ für deinen Besuch in Edinburgh findest du auch in unserem „Magischen Stadtführer für Hexerei und Zauberei in Edinburgh, sowie für Fans der Harry-Potter-Geschichten“:
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🪦 Geheime Parallelen zwischen Edinburgh und Harrys magischer Welt, die kaum jemandem auffallen.
Weiterführende Informationen über Edinburgh
Damit sind wir am Ende unseres Blogbeitrags über die Victoria Street in Edinburgh.
Weitere Informationen für deinen Besuch in der Stadt, findest du in unserer Edinburgh-Artikelsammlung sowie in unseren weiterführenden Einzelbeiträgen:
Über 80 weitere Beiträge über Schottland, findest du in unserer Schottland-Artikelsammlung und auf unserem großen Schottland-Reiseblog.