Der Prespasee in Albanien: Wunderschön, natürlich & keine Touristen

In diesem Reisebericht nehmen wir dich mit an das albanische Ufer des Prespasees, der sich im gleichnamigen Nationalpark, Parku Kombëtar Prespë, im Südwesten des Landes befindet. Es handelt sich um eine natürliche, dörfliche und eher abgeschiedene Region Albaniens, die besonders für Reisende spannend ist, die mehr vom Reiseziel Albanien sehen und erleben möchten, als nur auf der überteuerten Strandliege in Ksamil zu verweilen.

Und um ehrlich zu sein: Die Region rund um den Prespasee-Nationalpark, etwa auch die Stadt Korça im Süden und der benachbarte Ohridsee im Norden, gehören für uns zu den echten Geheimtipps, die man sich in Albanien ansehen sollte. Warum? Das erfährst du in diesem Erfahrungsbericht zu unserem Besuch im Prespasee Nationalpark.

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Tipps zum Prespasee auf einen Blick

Schild am Eingang zum Prespasee Nationalpark. Ein Erfahrungsbericht von Reisekröten, Theresa und Chris.
  • Lage: Der Prespasee und der zugehörige Nationalpark liegen im Südosten von Albanien. Der See ist in drei Teile geteilt und gehört sowohl zu Albanien, als auch zu Griechenland und zu Nordmazedonien.
    Auf Google Maps ansehen.
  • Im See befinden sich Inseln wie Maligrad und Golemgrad. In den Dörfern rund um den See und an dessen Ufern, findet man Anbieter für Bootstouren.
  • Die Wellen und der Wind können stark sein, man sollte also aufpassen, ob man eine Bootstour macht oder nicht.
  • Auf dem Prespasee leben Pelikane und viele andere Vogelarten. Die Region ist unter Tier- und Vogelbeobachtern sehr bekannt.
  • Touristen trifft man hier nur sehr wenige.
  • Unterkünfte: Auf der albanischen Seite des Prespasees befinden sich in den Dörfern immer wieder ein paar Unterkünfte, etwa das Guest House MITRE*, in Pustec. (9,3 bei booking.com, ab 38 € pro Nacht)
  • Einbau in die Reiseroute: Auf dem Weg von Korça zum Ohridsee/nach Pogradec. Ein Mietwagen ist auf jeden Fall notwendig. Wir empfehlen für Albanien das Mietwagenportal DiscoverCars*. Hierüber haben wir bereits zwei Mal das beste Angebot gefunden.
  • Wir finden, die Region rund um den Prespasee ist einer der echten und authentischen Geheimtipps für alle, die Ruhe, Natur und ein bisschen Abgeschiedenheit suchen, Albanien echt und authentisch erleben wollen, und würden selbst jederzeit wieder hierherkommen, um uns die Region noch ausführlicher anzusehen.

Alle Details findest du hier, in diesem Reisebericht.

Unser Reisebericht zum Prespasee

Wir hatten die albanische Riviera, die lebhaften Städte Saranda, Ksamil und das schöne Himara, hinter uns gelassen, ein paar wunderschöne Spätsommertage in Korça verbracht, und machten uns auf den Weg, den Osten von Albanien zu entdecken. Eine gute halbe Stunde nach der Abreise in Korça erreichten wir das Dreiländereck zwischen Albanien, Griechenland und Nordmazedonien: den Prespasee.

Blick auf den Prespasee in Albanien
Blick auf den Prespasee und die Insel Maligrad

Der See ist in drei Teile geteilt. In ihm liegen mehrere Inseln, etwa die Insel Maligrad, welche als erste im Blickfeld auftaucht, wenn man den See von Südwesten kommend erreicht. Auch die Insel Golem Grad, bekannt für ihre Schildkrötenpopulation und deren eigenartiges Verhalten, war uns noch in Erinnerung, doch sehen konnten wir sie von hier aus nur in der Ferne.

Bereits auf der Anreise von Korça in die hiesige, östliche Region Albaniens merkten wir, wie sich langsam aber sicher die Natur um uns herum veränderte: Wir fuhren vorbei an steppenartigen, kargen Landschaften, die von der Hochebene Korças immer tiefer ins Tal in Richtung Prespasee führten, vorbei an alten Brennöfen, in denen Ziegel und Backsteine gebrannt wurden.

Alte Backstein-Brennöfen in Albanien, nahe Korca
Alte Brennöfen für Backsteine und Ziegelsteine

Doch hier hatte sichtlich schon länger niemand mehr Baumaterialien hergestellt. Sie sind bloß noch Zeugen vergangener Zeiten. Heute im Bau-Boom Albaniens brennt kaum noch jemand seine eigenen Backsteine: Schnell muss es gehen. Und fertig sein, bevor der Massentourismus das Land endgültig fest im Griff haben wird, und die Preise für Immobilien in die Höhe schnellen werden.

Das, was entlang der Küste Albaniens bereits Realität ist, ist hier, am Prespasee, offensichtlich noch sehr weit entfernt. Keine Hochhäuser, keine Plattenbauten, keine Strandpromenade, kaum Autos auf der Straße, nur ein Schild an der Straße, das uns darauf hinweist, dass wir nun den Nationalpark durchqueren.

Ein schiefstehendes Ortsschild weist uns den Weg nach Pustec, einem Dorf auf der albanischen Seite des Prespasees, und wir beschließen, ihm einen Besuch abzustatten. Die Straße gleicht mehr einem Feldweg. In Schottland würde man sie „Single-Track-Roads“ nennen, und jeder, der schon mal in Schottland war, weiß, was es damit auf sich hat.

Straße zum Prespasee
Straße nach Pustec

Über die schmale, einspurige Straße, erreichen wir den Ort, fahren vorbei an alten, kleinen Häusern, deren Backsteine und Ziegel tatsächlich aus jener Zeit stammen könnten, als die Hochöfen, die wir auf unserer Anreise gesehen hatten, noch in Betrieb waren. Im Schneckentempo fahren wir durch das kleine Dorf, denn es gibt viele Details zu entdecken, wenn man genau hinsieht. Etwa, dass auch hier, in den entlegenen Regionen Albaniens, Wert auf die Marke des Autos gelegt wird.

Im Ort Pustec, am Prespasee in Albanien
Im Ort Pustec

Ein Esel läuft gemütlich über die Straße, ein paar Hühner hinterher – das sollte auch schon die meiste Aufregung des Tages gewesen sein. Denn ansonsten scheint hier, im Ort Pustec, nicht wirklich viel zu passieren.

Doch irgendwie hat der Ort etwas Anziehendes: Dörflichkeit, wunderschöne Natur, einen riesigen See, und weit und breit keine Touristen.

Esel am Straßenrand im Ort Pustec in Albanien

Am Ufer angekommen zeigt sich etwas mehr Leben: Hier gibt es ein Restaurant, scheinbar auch ein paar Gästezimmer mit Blick auf den See, und natürlich eine Kirche, dicht an den Hang gebaut.

Der See ist groß. Größer, als wir ihn uns vorgestellt hatten. Der Wind fegt über die Wasseroberfläche und es fühlt sich beinahe an, als würden wir am Meer stehen. Böen ergreifen das Wasser, formen Wellen auf dem See, und lassen sie auf das steinige Ufer schlagen.

Die Insel Maligrad im Prespasee
Die Insel Maligrad im Prespasee

Im Gegensatz zum Ohridsee, etwa im Ort Pogradec, gibt es hier am Prespasee eher Stein- als Kiesstrände.

Ein Einheimischer, der schon zwei Mal um uns „herumgeschlichen“ war, als wir unser Auto unterhalb der Kirche parkten, spricht uns an. Natürlich auf Albanisch. Doch mehr als Përshëndetje (Hallo) und Faleminderit (Danke) beherrschen wir leider nicht. Aber uns wird klar, was er möchte: Er bietet uns an, uns mit dem Boot auf den See zu bringen, vielleicht auch zur Insel Maligrad oder Golem Grad.

Eine Fahrt mit ihm wäre sicher nicht teuer, doch die Wellen und der Wind auf dem See machen uns wenig Lust, sein nettes Angebot anzunehmen.

Chris von Reisekröten, am Prespasee
Chris auf dem „Pelikan Trail“

Stattdessen spazieren wir weiter entlang des Ufers und des „Pelikan Trail“ und stoßen auf ein Gebäude, das hier eigentlich nicht ins Bild passt.

Eine See-Villa, mit hohem Zaun und einem großen Geländewagen. Das Haus sieht verlassen aus, die Fenster sind gekippt und im Inneren sind die Möbel mit Plastikfolien abgedeckt worden. Das Auto hat ein kanadisches Kennzeichen. Keine Seltenheit hier in Albanien: Es fahren auch viele Autos mit US-amerikanischem Kennzeichen hier herum.

Scheinbar hat er oder sie sich, am Prespasee, in die Natur, die Berge und den See verliebt und beschloss, ihn zu einem weiteren Wohnsitz zu machen.

Ein Haus am Seeufer des Prespasee in Albanien
Haus am Prespasee

Nachvollziehbar, finden wir, denn dieser Ort ist wirklich wunderschön! Ruhig, abgelegen, natürlich. Nicht aufgeregt wie die Küstenregion des Landes, von Massentourismus kann hier nicht die Rede sein.

Wir halten Ausschau nach den Pelikanen, die hier im Nationalpark und auf dem See leben sollen, doch leider ohne Erfolg. Da wir unsere siebenwöchige Albanienrundreise sehr offen geplant hatten, überlegten wir tatsächlich, ob wir nicht einfach hier im Ort nach einem freien Gästezimmer Ausschau halten sollten. Doch leider war das einzige verfügbare Gästehaus hier in Pustec genau an diesem Tag nicht verfügbar.

Tipp: Das Guest House MITRE* liegt direkt in Pustec, ist mit einer 9,3 bei booking.com bewertet und kostet etwa 38 € pro Nacht.

Auf dem Rückweg zum Auto hören wir ein Geräusch, das uns nur allzu bekannt vorkam: ein leises Klingeln von Glocken. Doch es war nicht die Kirche im Dorf. Eine Herde Ziegen wurde am Seeufer entlanggetrieben, auf dem Weg zu neuen Weidegründen, vorbei an dem Bootsanleger, an dem wir vor etwa 90 Minuten den netten Einheimischen trafen, der uns mit dem Boot auf den See bringen wollte.

Eine Herde Ziegen am Ufer des Prespasee in Albanien
Ziegen am Ufer des Prespasee

Und damit ist unsererseits alles, was wir zum Prespasee in Albanien zu erzählen haben, erzählt. Nicht, welche Sehenswürdigkeiten oder Orte es hier gibt, das kann dir jede KI erzählen. Was wir dir in dieser Reiseerzählung vermitteln möchten, ist, wie es sich anfühlt, wirklich vor Ort zu sein: es ist das echte, ehrliche und authentische Albanien, das du hier im Osten des Landes (noch) erleben kannst. Daher ist der Prespasse für uns einer der schönsten Orte des Landes, abseits des Massentourismus, den man bereits an der Küste erahnen kann, und der früher oder später weite Teile Albaniens ergreifen wird.

Theresa von Reisekröten, am Prespasee in Albanien
Theresa, am Ufer des Prespasee

Unser Fazit zum Prespasee in Albanien

Theresa und Chris vom Reiseblog Reisekröten, im Prespasee Nationalpark, in Albanien
Wir, im Prespasee-Nationalpark

Dafür, dass wir den See und die Region so schön finden, verbrachten wir bei unserem ersten Besuch leider nur ein paar Stunden hier am See. Doch die Region rund um den Nationalpark, zwischen der Stadt Korça und der Stadt Pogradec am Ohridsee, nahe der Grenze zu Nordmazedonien, gehört für uns auf jeden Fall mit zu den schönsten, die wir auf unserer siebenwöchigen Albanienreise gesehen haben. Genau das wäre eine der Regionen, die wir uns beim nächsten Mal noch länger und ausführlicher ansehen wollen würden.

Denn wenn man in den Osten des Landes eintaucht und ein Gefühl für die Lebensart hier bekommt, eröffnet sich ein weitaus tieferes Verständnis für das Land und seine Menschen. Das sollten wir auch wenig später in weiteren, kleinen Orten wie Radomira, Peshkopia oder Bajram Curri nahe des Valbona Tals bemerken.

Albanien ist viel mehr als nur seine mit Hotelbunkern gepflasterte Rivieraküste, und wir empfehlen jedem, sich Regionen wie den Prespasee Nationalpark anzusehen, wenn man mehr als „nur“ Strandurlaub machen möchte.

Unsere Empfehlung für eine Nacht am Prespasee: das Guest House MITRE*, in Pustec. (9,3 bei booking.com, ab 38 € pro Nacht)

Weitere Infos von uns, für deine Reise nach Albanien

In diesem Beitrag haben wir dir unsere Erfahrungen zum Prespasee Nationalpark vorgestellt. Bei uns findest du viele weitere Informationen für deinen Urlaub in Albanien. Zum Beispiel:

Albaniens Städte, Orte & Sehenswürdigkeiten:

  • Tirana: Entdecke die lebendige Hauptstadt von Albanien mit unseren Geheimtipps.
  • Durrës: Lohnt sich hier ein Strandurlaub? Wir haben es getestet.
  • Saranda: Urlaubstipps für Saranda – die besten Hotels, Strände und unsere Insidertipps.
  • Butrint: UNESCO-Weltkulturerbe und Nationalpark: Infos für den Besuch.
  • Himara: Ist das der schönste Urlaubsort in Albanien? Es spricht vieles dafür!
  • Shkodra: Unsere Tipps und Erfahrungen, sowie Sehenswürdigkeiten, die du besuchen solltest.
  • Berat-Stadtführer: Erkunde die Stadt der 1000 Fenster mit unserem Stadtführer.
  • Vlora: Unsere Tipps für Sehenswürdigkeiten, Strände und Altstadt.
  • Gjirokastra: Erlebe die Stadt der Steine mit unseren Geheimtipps.
  • Permet: Wir zeigen dir, was die Stadt zu bieten hat, unsere Hotel-Tipps & was sich lohnt.
  • Korça: Unser geheimer Lieblingsort in Albaniens Südosten.
  • Das Valbona Tal: Ein einzigartiges Naturerlebnis, das die Reise erst komplett macht.

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